Produktverantwortung im Agrar-Geschäft

Um sicherzustellen, dass von uns auf den Markt gebrachte Pflanzenschutzmittel und -technologien für Mensch und Tier unbedenklich sind und ohne unvertretbare Belastungen für die Umwelt angewandt werden können, testen wir Produkte entsprechend den geltenden behördlichen Vorschriften und führen umfassende Risikobewertungen durch. Darüber hinaus beachten wir die Einfuhrbestimmungen für Importländer und holen Produktgenehmigungen in Ländern ein, in denen die Produkte vermarktet werden sollen.

Die Grundsätze unseres verantwortungsvollen Produktmanagements haben wir in den neuen „Product Stewardship Commitment, Principles and Key Requirements“ festgelegt. Sie richten sich nach etablierten und international anerkannten Standards – wie dem Verhaltenskodex zum Umgang mit Pflanzenschutzmitteln der Welternährungsorganisation (FAO), den Vorgaben des Verbandes „CropLife International“ für Pflanzenschutzprodukte und den Leitlinien der Brancheninitiative „Excellence Through Stewardship“ (ETS) für Saatgut und Pflanzeneigenschaften

Forschung und Entwicklung

Wir setzen neueste Technologien für die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen ein, um die Wirksamkeit, Produktivität und Sicherheit für Mensch und Umwelt zu optimieren.

Chemische und biologische Pflanzenschutzmittel werden bereits in der frühen Entwicklungsphase im Rahmen von Tests auf ihre Wirkungsweise, ihre (öko-) toxikologischen Eigenschaften und das Ausmaß möglicher Rückstände in Pflanzen und in der Umwelt überprüft, um nur die Produkte mit dem besten Sicherheitsprofil weiterzuentwickeln.

Die Entwicklung von gentechnisch verändertem Saatgut unterliegt ebenfalls strengen internationalen und nationalen Gesetzen und Vorschriften. In einer Konzernregelung haben wir interne Prozesse festgelegt, um den verantwortungsvollen Umgang mit biotechnologisch hergestellten Produkten über den gesamten Lebenszyklus sicherzustellen.
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Verfahren in der Pflanzenbiotechnologie

Crop Science nutzt für die Züchtung neuer Kultursorten sowohl konventionelle als auch neue zielgerichtete Züchtungsmethoden, um robuste Pflanzen zu entwickeln, die auch unter schwierigen Bedingungen eine gute Qualität aufweisen und hohe Erträge liefern. Wir wollen Landwirten durch innovative Lösungen die Möglichkeit geben, für eine wachsende Bevölkerung mehr Lebensmittel anzubauen, und gleichzeitig die Auswirkungen unserer Produkte auf die Umwelt zu verringern. Dazu unterstützen wir den verantwortungsvollen Einsatz unterschiedlicher Züchtungsmethoden.

Mithilfe der Biotechnologie entwickeln wir Lösungen, die die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegen Insekten, Unkraut und andere Umweltbelastungen wie Trockenheit gezielt stärken. Dabei greifen wir auf eine Vielzahl von molekularen Ansätzen inklusive neuer Gen-Editierungsmethoden wie CRISPR zurück. Dies ermöglicht die Übertragung von Pflanzeneigenschaften, bspw. die Fähigkeit zur Abwehr von Schädlingen oder eine effizientere Wassernutzung, auf eine neue Pflanze, damit diese sich in ihrer Umgebung besser behaupten kann. Biotechnologie macht die Landwirtschaft produktiver und ermöglicht eine nachhaltige Bewirtschaftung bspw. dadurch, dass Bearbeitungsverfahren angewendet werden können, die den Oberboden erhalten und CO2-Emissionen reduzieren.
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Transparenz in Marketing, Verkauf und Vertrieb

Beim Vertrieb von Pflanzenschutzmitteln und -technologien folgt Crop Science dem Internationalen Verhaltenskodex der Welternährungsorganisation (FAO). Außerdem sind wir relevante Selbstverpflichtungen eingegangen: Schon seit 2016 vermarkten wir nur noch solche Pflanzenschutzmittel, die in mindestens einem OECD-Land registriert sind, und nur noch neue Wirkstoffe, für die ein OECD-Datenpaket erstellt wurde. In Zukunft wollen wir uns noch höhere Maßstäbe setzen und prüfen neue Vorgehensweisen, um Pflanzenschutzmittel in Schwellenländern nur dann auf den Markt zu bringen, wenn sie sowohl die lokalen Sicherheitsstandards des jeweiligen Landes als auch die Anforderungen führender, relevanter Zulassungsbehörden erfüllen.

Transparenz ist uns sehr wichtig und soll das Vertrauen unserer Kunden und Stakeholder in unsere Produkte stärken. Daher machen wir bereits seit 2017 sicherheitsrelevante Daten zu unseren Pflanzenschutzmitteln öffentlich zugänglich. Auf unserer Online-Plattform sind bereits mehr als 230 (Stand 31.12.2019) Zusammenfassungen wissenschaftlicher Studien für 28 unserer Wirkstoffe verfügbar, die im Rahmen ihrer Zulassungsverfahren von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet wurden darunter u. a. toxikologische und ökotoxikologische Studien sowie Untersuchungen zum Abbauverhalten.

Verantwortungsvolle Anwendung

Verantwortung für Kunden und Partner

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist größtmögliche Sorgfalt notwendig. Daher ist die Unterstützung unserer Kunden und Partner im fachgerechten und sicheren Umgang mit unserem Saatgut und unseren Pflanzenschutzmitteln ein Schwerpunkt der Produktbetreuung. In gezielten Schulungen vermitteln wir Landwirten, Saatgutaufbereitern und Händlern, wie sie unsere Produkte effektiv und sicher einsetzen und auf diese Weise Erntemenge und -qualität steigern können.

2019 hat Crop Science überwiegend im Rahmen von Kundenveranstaltungen weltweit mehr als eine Million Landwirte geschult. Dabei konzentrieren wir uns auf Trainingsaktivitäten in Ländern, in denen keine Zertifizierung für den sicheren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln vorgeschrieben ist. Außerdem führen wir Schulungen in Zusammenarbeit mit lokalen, regionalen und internationalen Verbänden durch.

Als Mitglied von „CropLife International“ tragen wir zusätzlich zur Schulung von fast vier Millionen Landwirten des Verbandes in 82 Ländern für einen verantwortungsvollen und angemessenen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei.

Umweltsicherheit- Pflanzenschutzmittel in der Umwelt

Um mögliche Auswirkungen zu vermeiden und den Austrag von Pflanzenschutzmitteln außerhalb der behandelten Kulturen so gering wie möglich zu halten, ist verantwortliches Handeln in allen Bereichen der Landwirtschaft von größter Bedeutung. Die Qualität von Oberflächen- und Grundwasser zu erhalten, ist eine tragende Säule bei der verantwortlichen Nutzung von Wasser als natürliche Ressource. Deshalb unterliegt die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln nationalen Gewässerschutzverordnungen bzw. in Europa auch den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie.

Wir messen dem Gewässerschutz einen hohen Stellenwert bei und unterstützen die landwirtschaftliche Praxis bei der umweltschonenden Bewirtschaftung ihrer Flächen sowie der Entsorgung von Restflüssigkeiten nach dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, um eine Verunreinigung von Oberflächen- oder sogar Grundwasser zu vermeiden.

Im Rahmen des Gewässerschutzes bieten wir unseren Kunden das biologische Reinigungssystem Phytobac™ an. Es soll verhindern, dass Pflanzenschutzmittelwirkstoffe bei der Befüllung oder Reinigung von Spritzgeräten oder bei der Entsorgung von Restflüssigkeiten in Gewässer gelangen.

Neue Technologien hingegen können nicht nur die Pflanzenproduktion steigern, sondern auch den sicheren und verantwortungsvollen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln fördern. Dazu zählt z. B. die gezielte Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln mithilfe von Satelliten- und Drohnendaten.
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Schutz von Bienen und anderen Bestäubern

Bienen und andere Bestäuber sind für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion von hoher Bedeutung. Unsere Aktivitäten in der Forschung zu Bestäubern unterstützen die Landwirte bei der Produktion von Nahrungsmitteln und tragen gleichzeitig zur Gesundheit, Sicherheit und Artenvielfalt der Bestäuber bei. Um potenzielle Risiken unserer Pflanzenschutzmittel für Bienen zu minimieren, werden bereits in einem frühen Entwicklungsstadium erste Tests zur Messung der Bienentoxizität durchgeführt. Damit wollen wir sicherstellen, dass nur Mittel mit einem bestäubersicheren Umweltprofil weiterentwickelt werden. Neonikotinoide werden im Hinblick auf ihre Bienensicherheit kontrovers diskutiert. Die hochwirksamen Insektizide schützen Pflanzen vor einer Vielzahl an Schädlingen und sind deshalb weit verbreitet. Die unter Laborbedingungen beobachteten Auswirkungen führten unter feldrealistischen Bedingungen bei sachgemäßer Anwendung allerdings nicht zur Schädigung von Bienenvölkern.
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Produktverantwortung bei Glyphosat

Glyphosat hat sich seit 40 Jahren bei sachgerechter Anwendung entsprechend den Herstellerhinweisen als sicher erwiesen. Dies wird durch wissenschaftlich fundierte Bewertungen bestätigt, die von Aufsichtsbehörden wie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) oder dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie weiteren führenden Regulierungsbehörden weltweit, etwa der US-Umweltschutzbehörde EPA sowie dem kanadischen Gesundheitsministerium Health Canada, durchgeführt wurden.

Auf unserer Website bieten wir umfangreiche Informationen zur öffentlichen Debatte um die Sicherheit von Glyphosat für Anwender und die Umwelt. Informationen zu den Klagen gegen Bayer in den USA finden Sie im Konzernanhang des Geschäftsberichts 2019.

Glyphosat wird weiterhin eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft und in unserer Produktpalette spielen. Da aber Einheitslösungen der Natur nicht gerecht werden, wollen wir in den nächsten zehn Jahren rund fünf Mrd. € investieren, um zusätzliche Methoden zur Unkrautbekämpfung zu erforschen und damit Landwirten in Zukunft mehr Auswahl zu bieten. Außerdem werden wir einen nächsten Schritt in Sachen Transparenz gehen: Im Rahmen eines Pilotprojekts laden wir Wissenschaftler, Journalisten und NGOs ein und begleiten das bevorstehende Wiederzulassungsverfahren für Glyphosat in der Europäischen Union aktiv mit.
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