Relevante Positionen

Schutz und Förderung der Biodiversität

Gemäß unserem Leitbild „Science for a better life“ ist es unser Ziel, durch unsere Forschung, unsere Produkte und unsere Unternehmensaktivitäten zur Verbesserung der Lebensqualität weltweit beizutragen. Im Rahmen dieses Prozesses möchten wir die natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll nutzen, um die Biodiversität zu stärken und dadurch die Artenvielfalt, die Verschiedenartigkeit der Ökosysteme und die genetische Vielfalt zu achten.

Unser Commitment

Wir bekennen uns zum „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ der Vereinten Nationen.Zoom image
Wir bekennen uns zum „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ der Vereinten Nationen.

Wir bekennen uns ausdrücklich zum „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ (Convention on Biological Diversity, CBD) (auf Englisch) der Vereinten Nationen und seinen Zielen, darunter die Erhaltung der biologischen Vielfalt, eine nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und die faire und gerechte Aufteilung des Nutzens aus genetischen Ressourcen und traditionellem Wissen.

Biodiversität ist für Bayer von hoher Relevanz, weshalb wir sie bei allen unseren Tätigkeiten schützen und bewahren wollen. So unterstützt Bayer beispielsweise bei der Herstellung pflanzlicher Arzneimittel nicht die übermäßige Ausbeutung genetischer Ressourcen, sodass diese mit der Zeit erschöpfen, sondern sorgt dafür, dass seine Lieferanten das richtige Gleichgewicht bei der Nutzung natürlicher Ressourcen finden, damit genug verbleibt, um eine Regenerierung zu ermöglichen.

Integrierte Ansätze sind beim Anbau von Kulturpflanzen und im Vegetationsmanagement zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität und Ökosystemleistungen von entscheidender Bedeutung. Die Biodiversitätskonvention (CBD) sieht eine Selbstverpflichtung zu solchen Ansätzen als wesentliche Strategie vor und bezeichnet dies als Mainstreaming der Biodiversität, also die vollständige Einbeziehung der Belange der biologischen Vielfalt, wobei ein gerechter Ausgleich von Vorteilen erfolgt und Synergien gefördert werden.

Die Rolle von Bayer

Wir glauben, dass die Vielfalt der Ökosysteme, Arten und Kulturpflanzen für die nachfolgenden Generationen von unschätzbarem Wert ist und um ihrer selbst willen geschützt werden muss. Gleichzeitig schätzen wir den wirtschaftlichen Wert und den praktischen Nutzen, die sich aus der Biodiversität ergeben, z. B. Inhaltsstoffe für neue traditionelle und innovative Medikamente, frei verkäufliche Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und andere Möglichkeiten der Selbstbehandlung. Bayer ist sich seiner Abhängigkeit von und seines Einflusses auf die Biodiversität entlang der gesamten Wertschöpfungskette bewusst und verpflichtet sich zur vollständigen Einbeziehung der Belange der biologischen Vielfalt auf vielerlei Weise im gesamten Kerngeschäft und in allen seinen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten (F&E). Dazu dienen die folgenden Maßnahmen:

  • Bereitstellung von Technologien und Dienstleistungen wie zum Beispiel Saatgutsorten, Pflanzenschutzprodukte, einschließlich Biologika, Schutzmaßnahmen, Lösungen für Präzisions- und digitale Landwirtschaft zur Unterstützung extensiver ebenso wie intensiver Anbausysteme, die von großen oder kleinen landwirtschaftlichen Betrieben weltweit verwaltet werden 
  • Bereitstellung von Lösungen für den Umgang mit gebietsfremden invasiven Arten (invasive alien species, IAS), auch durch die Kontrolle der Vegetation allgemein sowie in Naturschutzgebieten
  • Unterstützung und Förderung von Ansätzen zum integrierten Pflanzenmanagement auf Basis guter landwirtschaftlicher Praxis, die von grundlegender Bedeutung für eine Verbesserung der Ökosystemleistungen ist, von denen der produktive Anbau von Kulturpflanzen abhängt 
  • Unterstützung beim Schutz der Wälder – da die vom Menschen vorangetriebene Entwaldung in vielen Ländern zu Schädigungen des Lebensraums, Verlust der biologischen Vielfalt, Versteppung, Klimaveränderungen und Vertreibung der Bevölkerung führt – durch Engagement für Aufforstungsprogramme oder Vermeidung von Abholzungsprogrammen in Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben und externen Partnern 
  • Fürsprache für die Notwendigkeit der Erhaltung bestehender und Schaffung neuer natürlicher oder unbebauter Lebensräume als Bestandteil einer umfassenden Landschaftsplanung zur Bewahrung der assoziierten Biodiversität, wodurch die für den Anbau von Kulturpflanzen wichtigen Ökosystemleistungen unterstützt werden 
  • Verstärkung unserer F&E-Tätigkeiten, um Wissenslücken in Bezug auf die Wechselwirkungen zwischen dem Anbau von Kulturpflanzen, unseren Technologien und der Erhaltung der biologischen Vielfalt zu schließen, unter anderem bei der Kreation von Innovationen und auf behördlicher Ebene, um nachhaltige Anbausysteme und integrierte Lösungen zu unterstützen 
  • Beitrag zur Abmilderung des Klimawandels als einem der Faktoren mit erheblichen negativen Folgen für die Biodiversität durch die Verbesserung unserer CO2-Bilanz in unseren eigenen Betrieben und entlang unserer Wertschöpfungskette 
  • Sektorübergreifende Zusammenarbeit mit Stakeholdern zur Verstärkung wirksamer und belastbarer Ansätze mit dem Ziel, transformative Änderungen im Klimaschutz, bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt und mit Bezug auf den Anbau von Kulturpflanzen zu erreichen

Biodiversität  
Kurz für biologische Diversität, die Vielfalt des Lebens auf den Ebenen der Arten, der Ökosysteme und der Genetik.

Assoziierte Biodiversität   
ist die Vielfalt nützlicher Organismen, die in und im Umfeld von landwirtschaftlichen Anbausystemen leben. (Quelle, auf Englisch)

Ökosystemleistungen   
sind die Vorteile, die Menschen aus Ökosystemen ziehen. Ökosystemleistungen, von denen der Anbau von Kulturpflanzen abhängt, sind z. B. Fruchtbarkeit des Bodens, Verhinderung von Bodenerosion, Nährstoffkreislauf, organische Bodensubstanz, Schädlingsbekämpfung, Wasserhaushalt und Bestäubung. 

Gute landwirtschaftliche Praxis (Good Agricultural Practices, GAP)   
sind beispielsweise Fruchtwechsel, Anbaudiversifizierung (einschließlich Gründüngung mit z. B. stickstoffreichen Leguminosen), Zwischenfrüchte in der Fruchtfolge, konservierende Systeme mit reduzierter oder ohne Bodenbearbeitung, integriertes Schädlings- und Nährstoffmanagement, das an die Anbausysteme, das landwirtschaftliche Umfeld und sozioökonomische Variationen angepasst ist.

Gebietsfremde invasive Arten (IAS)   
sind Pflanzen, Tiere, Erreger und andere Organismen, die nicht in einem Ökosystem beheimatet sind und wirtschaftlichen oder umweltbezogenen Schaden anrichten oder die menschliche Gesundheit beeinträchtigen können. Sie haben insbesondere einen negativen Einfluss auf die Biodiversität, einschließlich einer Reduktion oder Eliminierung nativer Arten – durch Wettbewerb, Verdrängung oder Übertragung von Krankheitserregern – und der Störung regionaler Ökosysteme und Ökosystemfunktionen. (Quelle, auf Englisch)

Mainstreaming der Biodiversität   
bedeutet die vollständige Einbeziehung der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt sowohl in sektorübergreifenden Plänen wie z. B. zur nachhaltigen Entwicklung, Verringerung der Armut, Anpassung an den Klimawandel bzw. dessen Abmilderung, im Handel und bei der internationalen Zusammenarbeit, als auch in Plänen für spezielle Sektoren wie unter anderem Landwirtschaft, Fischerei, Waldwirtschaft, Bergbau, Energie, Tourismus und Transportwesen. Dies impliziert Veränderungen in Entwicklungsmodellen, Strategien und Paradigmen. Beim Mainstreaming geht es nicht um die Schaffung paralleler und künstlicher Prozesse und Systeme, sondern um die Einbeziehung der Belange der biologischen Vielfalt in bestehende und/oder neue sektorielle und sektorübergreifende Strukturen, Prozesse und Systeme. (Quelle, auf Englisch)

Resilienz  
ist die Fähigkeit eines Systems, sich mit der Zeit von Veränderungen zu erholen oder entsprechend an sie anzupassen.