Management und Steuerung

Nachhaltigkeit managen

Nachhaltigkeit bedeutet für uns die Sicherung unserer Zukunftsfähigkeit und ist als Teil der Konzernstrategie in unsere täglichen Arbeitsabläufe integriert. Unser Bekenntnis zum „UN Global Compact“, zur Initiative „Responsible Care™“ sowie unser weltweites Engagement in führenden Initiativen, wie z. B. dem „World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD) unterstreichen unser Selbstverständnis als nachhaltig handelndes Unternehmen.

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmensstrategie ist bei Bayer auf Vorstandsebene fest verankert. Für die nachhaltige Ausrichtung des Konzerns sind der Konzernvorstand für Personal, Technologie und Nachhaltigkeit in seiner Funktion als Chief Sustainability Officer und die 2016 eingeführte Konzernfunktion Health, Safety und Sustainability verantwortlich. Um unsere Konzernstrategie zu operationalisieren und messbar zu machen, haben wir entlang der Wertschöpfungskette ambitionierte nicht-finanzielle Ziele und Leistungsindikatoren festgelegt. Konzernregelungen sorgen für die Verankerung unserer Nachhaltigkeitsprinzipien im operativen Geschäft, wo sie durch entsprechende Managementsysteme, Gremien und Prozesse umgesetzt werden.

Bayer-Materialitätsmatrix

Wir analysieren und bewerten regelmäßig die Erwartungen und Anforderungen maßgeblicher Stakeholder an unser Unternehmen. Dieses Vorgehen ermöglicht uns, nachhaltigkeitsrelevante Chancen und Risiken sowie aktuelle Entwicklungen in unseren wesentlichen Handlungsfeldern frühzeitig zu erkennen und in unsere Strategie zu integrieren. Vor dem Hintergrund der Verselbstständigung von Covestro und der damit verbundenen organisatorischen Neuausrichtung als Life-Science-Unternehmen haben wir 2016 unsere bisherigen Handlungsfelder analysiert. Hierzu wurden die Themen unserer letzten Materialitätsanalyse überprüft und auf ihre Relevanz bezüglich der Neuausrichtung bewertet. Die 24 ermittelten, nicht-finanziellen Themen haben ausgewählte interne und externe Stakeholder auf ihre Relevanz für Bayer in Bezug auf Umsatz, Kosten, Risiko und Reputation beurteilt.


Die Ergebnisse der internen und externen Sichtweise wurden in einer Materialitätsmatrix zusammengeführt.

Wesentliche, nicht-finanzielle Handlungsfelder bei Bayer  

Wesentliche, nicht-finanzielle Handlungsfelder bei Bayer

Handlungsfelder  

Die Ergebnisse aus der Materialitätsanalyse haben wir in Bezug auf ihre Relevanz für die Bayer-Wertschöpfungskette und die Berichterstattung gemäß den GRI G4 Leitlinien analysiert. In diesem Prozess wurden die 24 Themen zu 11 Handlungsfeldern verdichtet, dem Vorstand vorgestellt und durch ihn bestätigt. Im aktuellen Geschäftsbericht stellen wir in einer Grafik die Zuordnung unserer Handlungsfelder zu den Wertschöpfungsstufen dar.

In der nachfolgenden Übersichtstabelle geben wir einen Überblick über unsere aktuellen 11 Handlungsfelder und die ihnen zugeordneten GRI-Aspekte. Wir zeigen außerdem an, ob unsere Einflussmöglichkeit dabei innerhalb oder außerhalb des Unternehmens liegt.

Handlungsfelder und GRI-Aspekte

Handlungsfeld mit DefinitionKonzernziele Zuordnung GRI-AspekteGRI-Aspekt-Begrenzung
G4-19Innen
G4-20
Außen G4-21
Produkt- und Prozessinnovationen
Innovationen, die Kundenwünsche und gesellschaftliche Bedürfnisse zusammenbringen; inkl. der Anpassung an Veränderungen in der industriellen Produktion, beeinflusst durch die steigende Bedeutung der digitalen Wertschöpfungskette und der damit verbundenen Prozesse.
s. Konzernziele Innovation• Wirtschaftliche Leistung
• Produkte und Dienstleistungen
XX
Zugang zu Gesundheitsversorgung
Besserer Zugang zu Medizinprodukten für Patienten in unterversorgten Regionen, z. B. durch Forschung & Entwicklung, differenzierte Preisgestaltung, Aufbau eigener Kapazitäten, Zugang zu Patenten und Zusammenarbeit.
s. Konzernziel Innovation• Indirekte wirtschaftliche AuswirkungenX
Nachhaltige Ernährungssicherung
Beitrag zur nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion, -versorgung und -verfügbarkeit sowie der Qualität der Nahrungsmittelversorgung.
s. Konzernziel Innovation• Indirekte Wirtschaftliche Auswirkungen
• Kundengesundheit und -sicherheit
X
Stakeholder Engagement /Partnerschaften
Austausch und Zusammenarbeit mit relevanten Anspruchsgruppen (Stakeholdern) auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene.
s. Konzernziel Mitarbeiter• Lokale GemeinschaftenXX
Geschäftsethik
Sicherstellung einer guten Unternehmensführung und Compliance; inkl. Anti-Korruption, gerechte Besteuerung, Transparenz, verantwortungsvolles Lobbying, ethische klinischen Studien und an ESG-Kriterien orientierte Vorstandsvergütung.
s. Konzernziel Compliance• Compliance (Kategorie Umwelt)
• Gleichbehandlung
• Korruptionsbekämpfung
• Politik
• Wettbewerbswidriges Verhalten
• Compliance (Unterkategorie
  Gesellschaft)
• Compliance (Unterkategorie
Produktverantwortung)
• Beschwerdemechanismen hinsichtlich
Arbeitspraktiken, ökol. Auswirkungen,
Menschenrechtsverletzungen,
gesellschaftlicher Auswirkungen
XX
Mitarbeiterbeziehungen und -entwicklung
Entwicklung der Mitarbeiter und Ausbau der Position als attraktiver Arbeitgeber; umfasst Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Vergütung, Sozialleistungen, Personalbeschaffung und -bindung; Schaffung von Flexibilität bei Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf; Sicherstellung einer soliden Vielfalt (Diversity).
s. Konzernziele Mitarbeiter• Wirtschaftliche Leistung
• Marktpräsenz
• Beschäftigung
• Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis
• Aus- und Weiterbildung
• Vielfalt und Chancengleichheit
• Gleicher Lohn für Frauen und Männer
• Vereinigungsfreiheit und Recht auf
  Kollektivvereinbarungen
• Kinderarbeit
• Zwangs- oder Pflichtarbeit
• Sicherheitspraktiken
X
Sicherheit
Sicherstellung von Arbeits-, Verfahrens-, Anlagen- und Transportsicherheit
s. Konzernziele Sicherheit• Transport
• Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
• Lokale Gemeinschaften
XX
Produktverantwortung
Bewertung und Reduzierung möglicher gesundheitlicher und umweltrelevanter Produktrisiken entlang der Wertschöpfungskette; inkl. REACH, Endokrine Disruptoren, aktive Wirkstoffe in der Umwelt, Bienengesundheit und den verantwortlichen Umgang mit neuen Technologien (z. B. Biotechnologie).
s. Konzernziel Produktverantwortung• Produkte und Dienstleistungen
• Kundengesundheit und -sicherheit
• Kennzeichnung von Produkten und
  Dienstleistungen
• Marketing

XX
Umweltschutz/Ressourceneffizienz
Verringerung der Umweltauswirkungen von Produkten und Prozessen auf Wasser, Luft und Boden; Förderung von Innovationen, die der Umwelt dienen. Förderung der effizienten Nutzung von natürlichen Ressourcen (z. B. Wasser, Mineralien, landwirtschaftliche Flächen) und Energie; wo möglich, Wechsel zu erneuerbaren Energien; Reduzierung des Verbrauchs besonders von wertvollen / knappen Ressourcen.
s. Konzernziele Ressourcen-effizienz• Materialien
• Energie
• Wasser
• Biodiversität
• Emissionen
• Abwasser / Abfall
• Produkte und Dienstleistungen
• Transport
XX
Lieferantenmanagement
Förderung fairer und konstruktiver Beziehungen, Einwirken auf ein nachhaltiges Verhalten in der Lieferkette hinsichtlich Geschäftsethik; Umgang mit Mitarbeitern; Gesundheitsschutz, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität bis hin zu Managementsystemen und Performance-Messung.
s. Konzernziele Lieferantenmanagement• Beschaffung;
• Bewertung von Lieferanten hinsichtlich  ökologischer Aspekte, Arbeitspraktiken,  Menschenrechten,  gesellschaftlicher Auswirkungen
X
Gesellschaftliches Engagement
Gesellschaftliches Engagement zeigen durch Investitionen in Sozialprojekte, Spenden und Ehrenamtsprogramme.
kein Konzernziel• Lokale GemeinschaftenX