Management und Steuerung

Nachhaltigkeit managen

Durch nachhaltiges Handeln sichern wir unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit. In diesem Verständnis und als Teil der Konzernstrategie ist Nachhaltigkeit in unsere Arbeitsabläufe integriert. Unser Bekenntnis zum „UN Global Compact“, zur „Responsible Care™“-Initiative sowie unser Engagement im „World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD), dem Weltwirtschaftsrat für nachhaltige Entwicklung, unterstreicht unser Selbstverständnis als nachhaltig handelndes Unternehmen. In unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung folgen wir seit vielen Jahren den Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI).

Bayer bekennt sich zu den UN-Entwicklungszielen („Sustainable Development Goals“, SDGs) und hat dazu eine Unternehmensposition veröffentlicht. Mit unseren Innovationen, Produkten und Dienstleistungen leisten wir einen Beitrag zur Bewältigung einiger der größten globalen Herausfor-derungen: Dazu zählen insbesondere die Ziele „Kein Hunger“ (SDG 2) und „Gesundheit und Wohl-ergehen“ (SDG 3).

Klare Verantwortlichkeiten und Strukturen definiert

Nachhaltigkeit als Teil der Konzernstrategie ist bei Bayer auf Vorstandsebene fest verankert. Für die nachhaltige Ausrichtung des Konzerns sind der Konzernvorstand für Personal, Technologie und Nachhaltigkeit in seiner Funktion als Chief Sustainability Officer und das Sustainable Develop¬ment Committee (SDC) unter der Leitung der Konzernfunktion Health, Safety und Sustainability verantwortlich. Das SDC legt Ziele, Initiativen, Managementsysteme und Konzernregelungen fest und überprüft deren Umsetzung. Die operative Umsetzung erfolgt mithilfe nicht-finanzieller Ziele und Leistungskennzahlen entlang der Wertschöpfungskette. Grundlage dafür sind die Festlegung klarer Verantwortlichkeiten in der Konzernstruktur und die Ermittlung wesentlicher Handlungsfelder durch eine Materialitätsanalyse. Konzernregelungen sorgen für die Verankerung unserer Nachhaltigkeitsprinzipien im operativen Geschäft, die durch entsprechende Managementsysteme, Gremien und Prozesse umgesetzt werden. Die Überprüfung und Anpassung dieser Regelungen sowie interne Audits stellen sicher, dass unsere Managementsysteme kontinuierlich verbessert und den jeweiligen Anforderungen angepasst werden.

Bayer-Materialitätsmatrix

Wir analysieren regelmäßig die Erwartungen und Anforderungen unserer maßgeblichen Stakeholder und gleichen diese mit unserer Einschätzung ihrer Relevanz für Bayer ab. So können wir aktuelle Entwicklungen und nachhaltigkeitsrelevante Chancen und Risiken frühzeitig erkennen und in unsere Strategie integrieren. Die dabei ermittelten Themen dokumentieren wir in einer Materialitätsmatrix und leiten daraus die für Bayer wesentlichen Handlungsfelder ab. Vor dem Hintergrund der Akquisition von Monsanto haben wir 2018 unsere Handlungsfelder anhand einer umfassenden Materialitätsanalyse überprüft. Hierzu wurden weltweit externe Stakeholder mit fachlicher Kompetenz sowie interne Führungskräfte aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens befragt. Die Ziele dieser Analyse waren:


  • Identifikation relevanter Themen im Nachhaltigkeitskontext
  • Identifikation von Trends und Entwicklungen
  • Messung der extern wahrgenommenen Bayer Performance im Nachhaltigkeitskontext/ Identifikation von Schwachstellen und Optimierungsbedarfen
  • Priorisierung relevanter Themen für eine neue Nachhaltigkeitsstrategie
  • Erfüllung externer Anforderungen gemäß CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz CSR-RUG,
    Handelsgesetzbuch (§§ 289a-298e, § 315 HGB) sowie GRI Standards

Folgende Stakeholdergruppen wurden in die durchgeführte Stakeholderbefragung eingeschlossen:

Stakeholdergruppen
Anwohner an Standorten Politik und Behörden
Banken Rating Agenturen
Bayer-Management Nichtregierungsorganisationen (NGOs)
Beratungen / Wirtschaftsprüfer Verbände
Investoren Vertreter / Vertriebspartner
Kunden Wettbewerber
Lieferanten Wissenschaft/Hochschulen/Schulen
Medien Sonstige

Zur Identifikation und Priorisierung der wesentlichen Themen wurden gemäß GRI Standards u.a. die beiden folgenden Dimensionen angewendet:

  • Auswirkungen der Bayer Geschäftstätigkeit auf wirtschaftliche, soziale oder Umweltbelange
  • Einfluss auf Entscheidungen von Bayer Stakeholdern

Die Ergebnisse der internen und externen Sichtweise wurden in einer neuen Materialitätsmatrix zusammengeführt.

Materialitätsmatrix 2019

Wesentliche, nicht-finanzielle Handlungsfelder bei Bayer

Auf Grundlage der Analyse werden von insgesamt zwölf wesentlichen Themen sieben als prioritär angesehen: Klimaschutz, Umweltschutz, Innovation, Geschäftsethik, Produktverantwortung, Nachhaltige Ernährungssicherheit und Zugang zu Gesundheitsversorgung. Diese Themen sollen die Grundlage für eine neue Nachhaltigkeitsstrategie und neue nicht-finanzielle Ziele sein, die wir im Laufe des Jahres 2019 vorstellen wollen.

Für unsere Berichterstattung über das vergangene Jahr 2018 haben wir die wesentlichen Handlungsfelder aus der vorherigen, für 2018 gültigen, Materialitätsanalyse mit den GRI-Standards verknüpft. In der nachfolgenden Übersichtstabelle geben wir einen Überblick über die 11 Handlungsfelder, deren Definitionen und die ihnen zugeordneten GRI-Standards:

Handlungsfelder 2018 und GRI-Standards

Handlungsfeld mit Definition Konzernziele
(2018 abgeschlossen)
Zuordnung GRI-Standards       
GRI 102-47, 102-49
Produkt- und Prozessinnovationen
Innovationen, die Kundenwünsche und gesellschaftliche Bedürfnisse zusammenbringen; inkl. der Anpassung an Veränderungen in der industriellen Produktion, beeinflusst durch die steigende Bedeutung der digitalen Wertschöpfungskette und der damit verbundenen Prozesse.
s. Konzernziele Innovation
  • 201 Wirtschaftliche Leistung
Stakeholder Engagement /Partnerschaften
Austausch und Zusammenarbeit mit relevanten Anspruchsgruppen (Stakeholdern) auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene.
s. Konzernziel Mitarbeiter
  • 413 Lokale Gemeinschaften
Geschäftsethik
Sicherstellung einer guten Unternehmensführung und Compliance; inkl. Anti-Korruption, gerechte Besteuerung, Transparenz, verantwortungsvolles Lobbying, ethische klinischen Studien und an ESG-Kriterien orientierte Vorstandsvergütung.
s. Konzernziel Compliance
  • 205 Korruptionsbekämpfung
  • 206 Wettbewerbswidriges Verhalten
  • 307 Umwelt-Compliance
  • 406 Diskriminierungsfreiheit
  • 415 Politik
  • 419 Sozio-ökonomische Compliance
Mitarbeiterbeziehungen und -entwicklung
Entwicklung der Mitarbeiter und Ausbau der Position als attraktiver Arbeitgeber; umfasst Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Vergütung, Sozialleistungen, Personalbeschaffung und -bindung; Schaffung von Flexibilität bei Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf; Sicherstellung einer soliden Vielfalt (Diversity).
s. Konzernziele Mitarbeiter
  • 201 Wirtschaftliche Leistung
  • 202 Marktpräsenz
  • 401 Beschäftigung
  • 402 Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis
  • 404 Aus- und Weiterbildung
  • 405 Diversität und Chancengleichheit
  • 407 Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektiv­vereinbarungen
  • 408 Kinderarbeit
  • 409 Zwangs- oder Pflichtarbeit
  • 412 Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte
Sicherheit
Sicherstellung von Arbeits-, Verfahrens-, Anlagen- und Transportsicherheit
s. Konzernziele Sicherheit
  • 403 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
  • 413 Lokale Gemeinschaften

Produktverantwortung
Bewertung und Reduzierung möglicher gesundheitlicher und umweltrelevanter Produktrisiken entlang der Wertschöpfungskette; inkl. REACH, Endokrine Disruptoren, aktive Wirkstoffe in der Umwelt, Bienengesundheit und den verantwortlichen Umgang mit neuen Technologien (z. B. Biotechnologie).
s. Konzernziele Produktverantwortung
  • 416 Kundengesundheit und -sicherheit
  • 417 Marketing und Kennzeichnung
Umweltschutz/Ressourceneffizienz
Verringerung der Umweltauswirkungen von Produkten und Prozessen auf Wasser, Luft und Boden; Förderung von Innovationen, die der Umwelt dienen. Förderung der effizienten Nutzung von natürlichen Ressourcen (z. B. Wasser, Mineralien, landwirtschaftliche Flächen) und Energie; wo möglich, Wechsel zu erneuerbaren Energien; Reduzierung des Verbrauchs besonders von wertvollen / knappen Ressourcen.
s. Konzernziele Ressourceneffizienz
  • 302 Energie
  • 303 Wasser
  • 304 Biodiversität
  • 305 Emissionen
  • 306 Abwasser und Abfall
Lieferantenmanagement
Förderung fairer und konstruktiver Beziehungen, Einwirken auf ein nachhaltiges Verhalten in der Lieferkette hinsichtlich Geschäftsethik; Umgang mit Mitarbeitern; Gesundheitsschutz, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität bis hin zu Managementsystemen und Performance-Messung.
s. Konzernziel Lieferanten-management
  • 204 Beschaffung
  • 308 Umweltbewertung der Lieferanten
  • 414 Soziale Bewertung der Lieferanten
Zugang zu Gesundheitsversorgung
Besserer Zugang zu Medizinprodukten für Patienten in unterversorgten Regionen, z. B. durch Forschung & Entwicklung, differenzierte Preisgestaltung, Aufbau eigener Kapazitäten, Zugang zu Patenten und Zusammenarbeit.
  • 203 Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen
Nachhaltige Ernährungssicherheit
Beitrag zur nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion, -versorgung und -verfügbarkeit sowie der Qualität der Nahrungsmittelversorgung.
  • 203 Indirekte Wirtschaftliche Auswirkungen
  • 416 Kundengesundheit und -sicherheit
Gesellschaftliches Engagement
Gesellschaftliches Engagement zeigen durch Investitionen in Sozialprojekte, Spenden und Ehrenamtsprogramme.
  • 413 Lokale Gemeinschaften