Lieferantenmanagement

Standards für gute Beziehungen

 

Unser Einkauf stellt die weltweite, termingerechte Versorgung mit Waren und Dienstleistungen zu den entsprechenden Marktkonditionen, in der erforderlichen Qualität und unter Einbeziehung ethischer, ökologischer und sozialer Standards im Konzern sicher.

Die Einhaltung dieser Nachhaltigkeitsstandards in der Lieferkette ist für Bayer ein elementarer Faktor in der Wertschöpfungskette. Gemeinsam mit unseren Lieferanten wollen wir durch verantwortungsvolles Handeln Risiken minimieren und stabile und langfristige Beziehungen mit unseren Geschäftspartnern schaffen. Daher wenden wir bei der Auswahl potenzieller und bestehender Lieferanten neben wirtschaftlichen auch Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance (ESG)-Standards an. Diese sind im Bayer-Verhaltenskodex für Lieferanten definiert, der auf den Prinzipien des UN Global Compact sowie unserer Menschenrechtsposition basiert.

Um unsere Lieferanten dabei zu unterstützen, Nachhaltigkeit besser in ihre Geschäftspraktiken zu integrieren, haben wir einen Nachhaltigkeitsleitfaden für Lieferanten (Supplier Sustainability Guidance) entwickelt, der auf dem Verhaltenskodex für Lieferanten (Supplier Code of Conduct) beruht. Dieses Dokument liefert konkrete Beispiele für bewährte Praktiken und Benchmarks, an denen sich Lieferanten orientieren können, sowie Referenzen, wie z. B. die regulatorischen Rahmenbedingungen und Standards, die den Nachhaltigkeitsanforderungen von Bayer zugrunde liegen.

In den Bereichen Palmöl und Soja unterstützen wir als Einkäufer von Pflanzenölderivaten die zertifizierte nachhaltige Produktion dieser Rohstoffe, was besonders in Südostasien und Lateinamerika von Bedeutung ist. Wir sind Mitglied bei den renommierten Organisationen „Roundtable on Sustainable Palm Oil“ (RSPO) sowie „Round Table on Responsible Soy“ (RTRS) und kaufen entsprechend unserer Verbrauchsmengen sogenannte „Credits“. Der finanzielle Wert der Credits kommt den Landwirten zugute, die sich zu einem legalen sowie ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltigen Anbau von Palmöl bzw. Soja verpflichten und diesen durch eine auditierte Zertifizierung nachweisen.

Zudem kooperiert Crop Science intensiv mit dem RTRS. Ziel der Zusammenarbeit ist die gegenseitige Unterstützung bei der Zertifizierung von brasilianischen Sojaproduzenten nach den hohen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Kriterien des RTRS-Standards.

Bei Pharmaceuticals werden einige Hormone auf Basis von Sterinen synthetisiert. Diese entstehen bei der Herstellung von Pflanzenölen aus z. B. Soja sowie bei der Holzverwertung. Zusätzlich kaufen wir verschiedene Steroide ein, die aus Diosgenin oder seinen Zwischenstufen hergestellt werden. Diese Substanz stammt größtenteils aus der Yamswurzel, die u. a. in China angebaut wird. Darüber hinaus nutzen wir bei unseren Fermentierungsverfahren Rohstoffe wie Wasser, Glukose, Hefe, Sojastärke, Kastor-Öl und Maisquellwasser.

Consumer Health setzt Extrakte aus Pflanzen ein, um Arzneimittel auf pflanzlicher Basis herzustellen. Wir verwenden große Sorgfalt beim Anbau und der Gewinnung von Rohstoffen, die nach lokalen oder internationalen Standards wie z. B. den Vorgaben der GACP (Gute Praxis für die Sammlung und den Anbau von Arzneipflanzen) erfolgen.

Weiterführende Informationen zu Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement finden Sie im Bereich Einkauf.

Die Durchsetzung der Menschenrechte unterstützen

Wir unterstützen ausdrücklich die Durchsetzung von Menschenrechten. Wir sind der festen Überzeugung, dass die Achtung vor dem Menschen für eine nachhaltige Geschäftstätigkeit unverzichtbar ist. Dabei thematisieren wir insbesondere die folgenden Bereiche: „Mitarbeiter und Arbeitsbedingungen“, „Belästigungen und Diskriminierung“, „Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen“, „Kinderarbeit“ sowie „Gesundheit und Sicherheit“.

Wir verstehen unser Unternehmen als verantwortungsbewussten „Corporate Citizen“. Wir unterstützen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und eine Reihe weltweit anerkannter Erklärungen für multinationale Unternehmen. Wir bekennen uns zu den Grundsätzen der Global-Compact-Initiative der Vereinten Nationen, bei der wir Gründungsmitglied sind. Selbstverständlich achten wir auch die Souveränität einzelner Staaten bei der Umsetzung von Menschenrechten.

Sorgfaltspflichten bei Konfliktmineralien nachkommen

Die Beschaffung von Mineralien, die aus instabilen Regionen der Welt stammen, kann zur Finanzierung von Konflikten und Verletzung von Menschenrechten führen. Daher setzen wir uns für eine verantwortungsvolle Beschaffung sogenannter Konfliktmineralien ein.

Hierzu haben wir zusätzlich Prüfprozesse zur Erfüllung internationaler Regularien etabliert, wie u. a. die Vorschriften, die Unternehmen zur Offenlegung der Herkunft bestimmter Rohstoffe auffordern. Dies betrifft z. B. die sogenannten Konfliktmineralien aus Regionen wie der Demokratischen Republik Kongo oder deren Nachbarstaaten. Von Juni 2018 bis Dezember 2018 wurden 212 (2017: 101) potenziell von dieser Thematik betroffenen Lieferanten der ersten Stufe befragt. Von den Lieferanten, bei denen uns ein Ergebnis vorliegt, weisen 95% (absolut 145) (Gesamt 2017: 63%; absolut 97) einen „conflict-free“-Status vor. Mit noch nicht-konfliktfreien Lieferanten wurde die Einhaltung der Vorgaben vereinbart. Die ausstehenden Lieferanten sollen bis Juni 2019 überprüft werden.

In unserem Lieferantenkodex drücken wir eine explizite Erwartungshaltung an unsere Lieferanten aus. Die Lieferanten sollen sicherstellen, dass keine Produkte an Bayer geliefert werden, die Metalle enthalten, deren Ausgangsrohstoffe aus einer Konfliktregion stammen, wo sie direkt oder indirekt zur Finanzierung oder Unterstützung bewaffneter Gruppierungen beitragen oder Menschenrechtsverletzungen verursachen oder begünstigen.

Kampf gegen Kinderarbeit in der Lieferkette

Ein wichtiges Thema stellt die Bekämpfung von Kinderarbeit in der Saatgutlieferkette unserer Division Crop Science dar. Unsere Position zu Kinderarbeit ist unmissverständlich: Bei Bayer gilt ein striktes Verbot von Kinderarbeit gemäß den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Wir verpflichten deshalb auch unsere Lieferanten, konsequent auf Kinderarbeit zu verzichten.

Bayer engagiert sich seit Jahren mit seinem „Child Care Program“ (CCP) systematisch gegen Kinderarbeit in der Baumwoll-, Reis- und Gemüse-Saatgutlieferkette. Das CCP startete 2007 in Indien und wurde mittlerweile auf andere Länder ausgeweitet. Hauptziel dabei ist, dafür zu sorgen, dass die Kinder zur Schule gehen, anstatt auf den Saatgutfeldern der Vertragsbauern zu arbeiten.

Dank dieses sorgfältigen Monitoringsystems, das von örtlichen Bildungsinitiativen unterstützt wird, haben wir bei der Bekämpfung von Kinderarbeit in unserer Saatgutproduktion bereits beachtliche Erfolge erzielt. Den Erfolg unserer Maßnahmen und unseren Fortschritt bestätigen auch jährlich extern durchgeführte Audits.

Die absolute Anzahl der Kinderarbeitsfälle bei der Herstellung von Baumwollsaatgut für Bayer (ohne Monsanto) im Jahr 2018 ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. 2018 hat sich unser Produktportfolio infolge der Übernahme von Monsanto und durch Unternehmensverkäufe wesentlich geändert. Den Erfolg unseres umfassenden Programms haben wir bisher anhand des Indikators „Kinderarbeitsfälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der überprüften Arbeitskräfte in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer“ gemessen. Um den Veränderungen in unserem Produktportfolio Rechnung zu tragen und die verschiedenen Ansätze zur Vermeidung von Kinderarbeit zu vereinheitlichen, wollen wir 2019 neue Indikatoren entwickeln.

Boni und Sanktionen für Lieferanten

Lieferanten, die sich nachweislich an unser Kinderarbeitsverbot halten, erhalten von Bayer einen Bonus. Im Falle eines Verstoßes erfolgen abgestufte Sanktionsmaßnahmen, die von einer schriftlichen Verwarnung bis zur Vertragskündigung im Wiederholungsfall reichen.

Förderung der Schulbildung ist Schlüsselelement
Bayer betrachtet den Schulbesuch als elementare Entwicklungsvoraussetzung für Kinder und als ein effektives Instrument, um Kinderarbeit zu vermeiden. Daher besuchen wir auch die Eltern der Kinder, die wir auf den Feldern der Saatgutproduzenten antreffen, um sie von der Wichtigkeit einer Schulbildung zu überzeugen. Wir fördern dies beispielsweise in Indien innerhalb unseres „Child Care Program“ mit der Initiative „Learning for Life“, deren Fokus sowohl auf der Förderung naturwissenschaftlicher Kenntnisse als auch der grundsätzlichen Berufsausbildung liegt. Diese Initiative reicht von der Wiedereingliederung in das reguläre Schulsystem bis hin zu berufsbildenden Maßnahmen, um die Arbeitsbefähigung nach der Schulzeit zu erhöhen.
Zwischen 2005 und Ende 2018 konnten wir über „Learning for Life“ mehr als 6.700 Jugendliche erreichen.

Stärkeres Bewusstsein für kontinuierliche Verbesserung
Um das Bewusstsein für Kinderarbeit zu schärfen, sind kontinuierliche und breit angelegte Maßnahmen innerhalb des Agrarsektors unter Einbeziehung der nationalen Regierungen notwendig. Bayer will weiterhin gemeinschaftliche Stakeholder-Anstregungen unterstützen, um „Best Practices“ in der Saatgutproduktion zu adressieren und insbesondere bei der Bekämpfung von Kinderarbeit zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen.