Corporate Governance

Gesetzliche Zielgrößen für den Frauenanteil in hohen Führungspositionen

Bayer strebt eine bessere Geschlechterbalance im Management an. Das Unternehmen hat sich dafür zusätzlich zu den gesetzlich erforderlichen Zielen gesetzt auch freiwillige Ziele gesetzt und verfolgt beide konsequent.

Ende 2015 betrug das Verhältnis von Frauen und Männern in den fünf höchsten Vertragsstufen bei Bayer 28 Prozent zu 72 Prozent. (inkl. Covestro)Zoom image
Ende 2015 betrug das Verhältnis von Frauen und Männern in den fünf höchsten Vertragsstufen bei Bayer 28 Prozent zu 72 Prozent. (inkl. Covestro)

Ende 2016 betrug das Verhältnis von Frauen und Männern in den fünf obersten Vertragsstufen bei Bayer weltweit 31,2 Prozent zu 68,8 Prozent (ohne Covestro).

Das „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ verpflichtet bestimmte Gesellschaften des Bayer-Konzerns dazu, Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, im Vorstand bzw. in der Geschäftsführung sowie in den nächsten beiden Führungsebenen zu bestimmen. Am 30.09.2015 haben wir erstmals entsprechende Zielquoten für die betroffenen Gesellschaften des Bayer-Konzerns in seiner damaligen gesellschaftsrechtlichen Struktur formuliert, die bis zum 30. Juni 2017 erfüllt werden sollten. Diese Ziele haben wir nach Erreichen dieser Frist überprüft und für die Gesellschaften des inzwischen neu organisierten Konzerns bis zum 30. Juni 2022 fortgeschrieben.

Frauen im Aufsichtsrat

Für den Aufsichtsrat der Konzernobergesellschaft Bayer AG gilt eine verpflichtende Quote für das unterrepräsentierte Geschlecht von mindestens 30 Prozent für Neubesetzungen ab 2016. Unser Aufsichtsrat umfasst 20 Mitglieder, darunter sind seit dem 28. April 2017, dem Tag der Hauptversammlung 2017, sechs Frauen. Wir haben damit die gesetzliche Zielquote von 30 Prozent weiblichen Aufsichtsratsmitgliedern erfüllt.

Frauen im Vorstand

Für den Vorstand der Bayer AG hatte sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, bis Mitte 2017 mindestens ein weibliches Vorstandsmitglied zu bestellen. Dieses Ziel ist zum 1. Januar 2016 mit der Berufung von Frau Erica Mann in den Konzernvorstand der Bayer AG erfüllt worden. 


Der Aufsichtsrat der Bayer AG hat das Ziel mindestens eines weiblichen Mitglieds im Konzernvorstand bis zum 30. Juni 2022 erneuert.

Frauen auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands

Für die Bayer AG betrug die erste Zielgröße i.S. des Gesetzes für den Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Konzernvorstands bis Mitte 2017 20 Prozent. Für die zweite Führungsebene lag das erste, im Jahr 2015 festgelegte Ziel bei 28 Prozent.

Zum gesetzlichen Stichtag für die initialen Zielgrößen am 30. Juni 2017 betrug der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene der Bayer AG 17 Prozent. Auf der zweiten Führungsebene waren zum 30. Juni 2017 zu 21 Prozent Frauen beschäftigt. Allerdings sind sowohl der nominelle Personalbestand als auch die Organisationsstruktur der heutigen Bayer AG infolge der Betriebsübergänge im Zuge der Neuorganisation des Bayer-Konzerns nicht mehr mit jener zum Zeitpunkt der Zielformulierung im Jahr 2015 identisch. Die Bayer AG hatte in Deutschland zum Zeitpunkt der Zielsetzung rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; seit der Konzernneuordnung zum 1. Januar 2017 hat sie durch Übergang der anders zusammengesetzten Belegschaften mehrerer operativer Gesellschaften rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aufgrund dieser Veränderungen konnten die ursprünglich gesetzten Ziele nicht erreicht werden.

Neben der Bayer AG unterlagen im Bayer-Konzern in Deutschland (ohne Covestro) zum Zeitpunkt der Formulierung der ersten Zielvorgaben am 30.09.2015 noch neun weitere Gesellschaften den Bestimmungen des Gesetzes. Dabei handelte es sich um die operativ tätigen Gesellschaften Bayer Pharma AG und Bayer CropScience AG, die beiden Servicegesellschaften Bayer Business Services GmbH und Bayer Technology GmbH sowie um vier kleinere, auf bestimmte Dienstleistungen spezialisierten Gesellschaften. In diesen Konzerngesellschaften entsprachen die festgelegten Zielgrößen für den Frauenanteil in den ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands bzw. der Geschäftsführung dem jeweiligen Frauenanteil zum 30.09.2015. Daraus ergaben sich für diese Gesellschaften bis zum 30. Juni 2017 Ziele zwischen 0 und 23 Prozent.

Die jeweilige Zielerreichung für die übrigen Konzerngesellschaften ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen. Auch innerhalb dieser Gesellschaften haben sich seit den ersten Zielformulierungen infolge der Neuorganisation teilweise erhebliche strukturelle und personelle Veränderungen ergeben; die neu geschaffenen operativen Divisionen innerhalb der Bayer AG sind mit den früheren Teilkonzernen nicht vollständig identisch.

Neue Zielsetzungen bis zum 30. Juni 2022

Im Zuge der Neuorganisation des Bayer-Konzerns nach der Ausgliederung der Covestro AG (vormals Bayer MaterialScience AG) im Jahr 2015 sind sämtliche Mitarbeiter der Bayer Pharma AG, der Bayer CropScience AG und der Bayer Technology Services GmbH zum 1. Januar 2017 (Bayer Pharma AG und Bayer CropScience AG) bzw. zum 1. Juli 2016 (Bayer Technology Services GmbH) auf die Bayer AG übergegangen. Für diese Gesellschaften ist eine Fortschreibung der Zielquoten nicht mehr möglich.

Die übrigen Konzerngesellschaften, die den Bestimmungen des Gesetzes unterliegen, haben sichneue Ziele für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands gesetzt, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden sollen:

In der nun deutlich vergrößerten Konzernobergesellschaft Bayer AG soll der Frauenanteil Mitte 2022 auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands 20 Prozent betragen. Für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands wird bis dahin ein Frauenanteil von 25 Prozent angestrebt. Aufgrund der deutlich erhöhten Anzahl der entsprechenden Positionen infolge der Betriebsübergänge in die Bayer AG ist ein Vergleich der neuen Zielquoten mit den bis Mitte 2017 angestrebten Werten nicht sinnvoll möglich.

Für die nächstgrößere Konzerngesellschaft, die Bayer Business Services GmbH, ist beabsichtigt, den Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung von 9 Prozent Zielwert auf 21 Prozent deutlich zu steigern. Für die zweite Führungsebene wird der angestrebte Frauenanteil von 14 Prozent bis 2017 auf 28 Prozent bis Mitte 2022 verdoppelt.

Die Bayer Vital GmbH, welche die Arzneimittel der Divisionen Consumer Health und Pharmaceuticals sowie die Tierarzneimittel der Geschäftseinheit Animal Health in Deutschland vertreibt, setzt sich das Ziel für den Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung bis Mitte 2022 in Höhe von 20 Prozent. Auf der zweiten Führungsebene will die Bayer Vital das Ziel von derzeit 20 Prozent auf 22 Prozent Frauenanteil erhöhen. Die Bayer Gastronomie GmbH hält für die erste Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung an ihrer Zielquote von 20 Prozent fest, strebt für die zweite Führungsebene bis Mitte 2022 allerdings eine Erhöhung des Frauenanteils von derzeit 15 auf 25 Prozent an.

Das Instandhaltungsunternehmen Tectrion GmbH gibt sich für die erste und zweite Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung bis Mitte 2022 Ziele für den Frauenanteil von 8 Prozent für die erste Ebene und 13 Prozent für die zweite Ebene unterhalb der Geschäftsführung. Der Logistikdienstleister Chemion GmbH erneuert für beide Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung seine Zielquoten bis Mitte 2022 von 18 bzw. 8 Prozent.

Erfolgreiche freiwillige Anstrengungen für mehr Ausgewogenheit im Management weltweit

Über diese gesetzlich vorgeschriebenen Ziele für den Frauenanteil in den Führungspositionen der deutschen Gesellschaften hinaus engagiert sich Bayer seit Jahren auf Konzernebene freiwillig für mehr Ausgewogenheit im Management. Wir haben uns bereits im Jahr 2010 das Ziel gesetzt, den Frauenanteil in den fünf obersten Vertragsstufen bis Ende 2015 konzernweit in Richtung 30 Prozent zu entwickeln. Ende 2016 waren in diesem Führungssegment weltweit zu mehr als 31 Prozent Frauen beschäftigt. Damit haben wir unser selbstgestecktes Ziel für den Bayer-Konzern erreicht – bis 2020 möchten wir diesen Anteil weiter auf 35 Prozent steigern (jeweils ohne Covestro).

Diese überaus erfolgreiche Strategie für eine bessere Geschlechterbalance im Management werden wir auch in Zukunft fortsetzen. Dabei werden wir uns weiterhin auch an unserer Definition der Führungsebenen orientieren, weil sie die Organisation unseres Unternehmens genau widerspiegelt und ein deutlich breiteres Managementsegment erfasst als das nationale Gesetz. Wir werden daher in unserer Berichterstattung weiterhin auch die Ergebnisse aus unserer Selbstverpflichtung mit ihrem konzernweiten Ansatz sowie zusätzlich die Zielgrößen nach dem deutschen Gesetz veröffentlichen.

Zielgrößen für den Frauenanteil bei den betroffenen Bayer-Konzerngesellschaften (ohne Covestro)

Konzerngesellschaft

Angestrebter Frauenanteil bis Juli 2017

Effektiver Frauenanteil im Juli 2017

Angestrebter Frauenanteil bis Juli 2022

Aufsichtsrat

 


 

Bayer AG

30%*

30%

30%*

Bayer Vital

0%

0%

0%

Bayer Services

33%

33%

33%

BayGast

33%

33%

33%

Currenta GF

25%

25%

25%

Chemion

0%

0%

0%

Tectrion

0%

0%

0%

Vorstand / Geschäftsführung

 


 

Bayer AG

ein weibliches
Mitglied

ein weibliches Mitglied

ein weibliches
Mitglied

Bayer Vital

0%

0%

0%

Bayer Services

0%

0%

 0%

BayGast

0%

0%

 0%

Currenta GF

0%

0%

0%

Chemion

0%

0%

0%

Tectrion

0%

0%

0%

1. Führungsebene

 


 

Bayer AG

n.a.

18%

20%

Bayer Vital

0%

0%

20%

Bayer Services

9%

4%

21%

BayGast

20%

20%

20%

Currenta GF

n.a.

n.a.

n.a.

Chemion

18%

15%

18%

Tectrion

0%

0%

8%

2. Führungsebene

 


 

Bayer AG

n.a.

21%

25%

Bayer Vital

20%

10%

22%

Bayer Services

14%

23%

28%

BayGast

9%

15%

25%

Currenta GF

n.a.

n.a.

n.a.

Chemion

8%

7%

8%

Tectrion

0%

0%

13%

* gesetzliche Zielvorgabe