Vorsicht Fälschung

EU-Prüflogo für seriöse Online-Apotheken

Immer häufiger werden gefälschte Arzneimittel im Internet verkauft. Die Gefahr für Kunden ist hoch, denn oftmals ist nicht klar, welche Wirkstoffe in den Präparaten tatsächlich enthalten sind. Die EU-Kommission hat das Problem erkannt und führt ab Juli ein europaweites Logo ein, an dem Kunden seriöse Internetanbieter erkennen können.

Verbraucher müssen wachsam sein, wenn sie im Internet Medikamente bestellen. Jedes zweite im Internet gekaufte Medikament ist laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Fälschung.

Verbraucher müssen wachsam sein, wenn sie im Internet Medikamente bestellen. Jedes zweite im Internet gekaufte Medikament ist laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Fälschung.

Die Gefahr ist groß: Käufer gefälschter Arzneimittel können sich nicht auf die Qualität der Produkte verlassen – und riskieren ihr Leben. Gefälschte Medikamente entstehen meist in unhygienischen Laboren, die Inhaltsstoffe können verunreinigt, überdosiert oder gar nicht enthalten sein. Oftmals werden von Betrügern bereits verfallene Medikamente umdeklariert oder gefälschte Medikamente in Originalverpackungen versendet. Für Kunden ist es meist schwer, Fälschung vom Originalprodukt zu unterscheiden. Statt Krankheiten zu heilen, kann Schummelware den Gesundheitszustand von Patienten deutlich verschlechtern. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg warnt: "Verbraucher müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie beim Kauf von Arzneimitteln im Internet Gefahr laufen, Fälschungen zu bekommen, wenn sie nicht bei einem behördlich zugelassenen Vertreiber bestellen. Gefälschte Arzneimittel sind im besten Fall unwirksam, können aber auch schädlich oder gar tödlich sein.“

Die Dunkelziffer an Fälschungen ist hoch

Exakte Zahlen zu gefälschten Medikamenten gibt es nicht, die Dunkelziffer ist hoch. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa jedes zweite im Internet erhältliche Präparat gefälscht sein könnte. Produziert werden die falschen Arzneimittel meist in Staaten, in denen die Strafverfolgung schlecht funktioniert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass gefälschte Medikamente insbesondere in Afrika, Asien und Südamerika hergestellt werden. Da dubiose Onlineanbieter weltweit liefern, gelangen die Präparate auch nach Deutschland.

Um zu verhindern, dass die gefährlichen Fälschungen in Europa verkauft werden, hat die EU-Kommission ein Prüflogo entwickelt. Das neue Prüflogo, ein weißes Kreuz auf grün-grauem Hintergrund, dürfen nur zertifizierte Online-Apotheken auf ihrer Homepage anzeigen. Mit Klick auf das Logo gelangen Verbraucher zur Seite der verantwortlichen Behörde des jeweiligen Landes. Dort findet sich eine Liste, in der alle zertifizierten Arzneimittelvertreiber verzeichnet sind. Verbraucher können sich darauf verlassen, dass Anbieter mit dem Prüflogo nur Originalware verkaufen.

Das neue EU-Logo schützt Verbraucher

Ab Ende Juli soll das neue Prüflogo eingeführt werden. Mit dem Logo bekommen Kunden die Möglichkeit, mit geringer Mühe die Seriosität des Anbieters zu prüfen. Die EU-Kommission warnt davor, bei Online-Apotheken einzukaufen, die nicht auf der Liste verzeichnet sind. EU-Mitgliedstaaten haben ab Juli ein Jahr Zeit, entsprechende Online-Apotheken zu zertifizieren. Auf der Homepage der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) sollen Listen aller EU-Mitgliedsstaaten jederzeit abrufbar sein.

Doch schon jetzt können sich Patienten vor Betrug schützen. So dürfen in Deutschland verschreibungspflichtige Produkte nur gegen Abgabe eines gültigen Rezepts verkauft werden. Bietet ein Händler ein verschreibungspflichtiges Medikament ohne Rezeptnachweis zum Verkauf an, handelt es sich um ein rechtswidriges Angebot. Oftmals bieten Internet-Betrüger Medikamente ohne – oder mit falscher Verpackung an. Doch der Verkauf von Medikamenten ohne vollständige Verpackung ist verboten. Die Verpackung besteht aus Faltschachtel, Blister und Beipackzettel. In beiden Fällen sollten Patienten das Produkt nicht kaufen und den Händler bei den Behörden melden.

Wurde trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein verdächtiges Arzneimittel erworben, so sollte man dies seinem Arzt oder Apotheker vorlegen. Dies gilt insbesondere dann, wenn das eingenommene Mittel andere Wirkungen zeigt oder die Verpackung nicht ordnungsgemäß erscheint.

Bayer engagiert sich weltweit im Kampf gegen Fälschungen

Um Arzneimittelfälschungen weiter einzudämmen, engagiert sich Bayer im Kampf gegen Fälscher. Mit der Kampagne „Vorsicht Fälschung“ sollen Kunden vor illegalen Angeboten geschützt werden. Bayer warnt ausdrücklich vor gefälschten Präparaten aus dem Internet. Das Unternehmen untersucht in enger Abstimmung mit den Behörden konkrete Vorfälle und stellt entsprechende Beweise sicher. Für Bayer gilt dabei das Null-Toleranz-Prinzip: Können ein oder mehrere Täter ermittelt werden, leitet das Unternehmen alle zur Verfügung stehenden Informationen an die Staatsanwaltschaft weiter, um die Personen zur Verantwortung zu ziehen.

Zudem informiert Bayer Patienten mit Hilfe von Aufklärungskampagnen und Broschüren, wie echte Medikamente von gefälschten Präparaten unterschieden werden können. Besteht für Kunden weiterhin Unklarheit über die Seriosität eines Online-Händlers, empfiehlt Bayer, das entsprechende Medikament in einer örtlichen Apotheke zu erwerben oder Rücksprache mit seinem Arzt zu halten.

Mit Hilfe technischer Mittel will Bayer seine Produkte noch besser gegen Fälschungen schützen. So sollen verschiedene technische Mittel eingesetzt werden, um das Original von der Fälschung auch für den Patienten unterscheidbar zu machen.