Begeisterung fürs
Programmieren wecken

 

Vor ein paar Jahren kam ich über ein soziales Projekt in Bogotá in Kontakt mit einer Kirchengemeinde. Die Gemeinde bat mich, Kindern und Jugendlichen im Armenviertel Usminia Nachhilfe zu erteilen. Kurz nachdem 2015 ein neuer Senior Bayer Representative für die Andenregion seinen Posten antrat, hat er sich mit den ehrenamtlich Tätigen der letzten Jahre zusammengesetzt. Er wollte wissen, welche Erfahrungen wir gemacht hatten. Es war ein angeregtes Gespräch darüber, wie wichtig es ist, sein Wissen weiterzugeben und andere Menschen zu motivieren. In kurzer Zeit arbeiteten wir einen Projektvorschlag aus.. Neun Mitarbeiter wollten sich beteiligen.

Die Kinder aus Usminia (Bogotá) in einer der Programmier-Kurse. Sie lernen gemeinsam mit den Ehrenamtlern und einem Raspberry Pi Computer.
Der erste Tage der Ehrenamtler mit den Kindern aus Usminia (Bogotá).

Wir wollten in dem Projekt grundlegende Programmierfähigkeiten vermitteln, und zwar an „Raspberry Pi“-Rechnern. Die Kinder aus dem Viertel sollten so auf alternative Weise an Wissenschaft und Technik herangeführt werden. Usminia liegt vor den Toren der Stadt, in einer armen Gegend. Wer dort aufwächst, hat sonst wenig Zugang zu solchen Kenntnissen. Andererseits bietet das unmittelbare Umfeld mehr als genug Ablenkungen negativer Art.

Ein Raspberry Pi Computer.
Die Ehrenamtler mit der religiösen Gemeinschaft in Usminia (Bogotá).

Wir haben unsere Zeit optimal investiert, wenn die Kinder positiv auf die Inhalte ansprechen und sich motiviert fühlen

Hinter jedem sozialen Projekt steckt immer eine besondere Triebfeder sich zu engagieren. Kolumbien ist eine Gesellschaft im Werden. Das Land hat mit großer Ungleichheit zu kämpfen. Für viele Kinder bedeutet das, dass eigene Ziele in unerreichbare Ferne rücken und sie ihre Träume nie verwirklichen können, da sie aus armen Verhältnissen kommen. Wir aus dem IT-Team wollten ihnen etwas „zurückgeben“ für unser Privileg, das wir als Fachkräfte, , als Ingenieure mit technischem Wissen für Bayer arbeiten. Das Programmieren von Computern bedeutet für uns mehr als nur technisches Know-how; darin liegt auch das Potenzial, Kinder zum „strukturierten Denken“ anzuleiten.

21 Kinder lernen hier Programmieren und bekommen einen Einblick in eine neue Welt außerhalb des Armenviertels.
David, ein Junge aus dem Programmier-Kurs, zeigt seine Begeisterung für den Lernstoff.

Unserer Meinung nach besteht die größte Herausforderung darin, Kinder zu unterrichten, ohne pädagogisch geschult zu sein. Darin steckt gleichzeitig aber auch der größte Anreiz für uns: Wir haben unsere Zeit optimal investiert, wenn die Kinder positiv auf die Inhalte ansprechen und sich motiviert fühlen. Wir träumen jetzt davon, noch mehr Kinder zu erreichen und weitere Lernstufen zu kreieren, damit jedes Kind den Unterricht erhält, der seinen Fähigkeiten entspricht. Mit diesem Ziel im Hinterkopf wollen wir weitere Geräte anschaffen und unseren Unterrichtsstoff ausweiten.

Letzte Änderung: 4. Oktober 2016 Copyright © Bayer AG
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