Edwin Kiptarus‘ Idee hilft seinem ganzen kenianischen Dorf

 

Nach dem Abschluss der Sekundarschule ging ich in die Landwirtschaft, um eigenes Geld zu verdienen. Die Landwirtschaft war mir vertraut, da meine Eltern Bauern waren. Außerdem hatte ich an der Schule auch entsprechenden Unterricht gehabt. Ich ging also mit Zuversicht an die Sache. Alles schien sich positiv zu entwickeln, bis die Ernte anstand. Der Ertrag war so hoch, dass meine Lagerräume nicht ausreichten. Der Markt wurde regelrecht überschwemmt, und die Landwirte versuchten verzweifelt, ihre Erzeugnisse zu einem anständigen Preis abzusetzen. Ich hatte Anbauflächen gepachtet, doch der Eigentümer gestattete mir nicht, auf seinen Grundstücken ein Lager zu errichten. Letztlich verkaufte ich meine Ernte zu Schleuderpreisen über Mittelsmänner, damit sie nicht verdarb. Diese frustrierende Erfahrung machten viele Bauern in meiner Nachbarschaft.

Vor etwa drei Jahren haben wir mit ungefähr dreißig Leuten aus unserer Kirche eine Selbsthilfegruppe gegründet: die Kolman Group. Als die Gruppe immer größer wurde, beschlossen wir, auch die Gemeinschaft um uns herum zu unterstützen, und zwar die Bauern aus unserem Dorf Chepkanga. Gleichzeitig wollten wir auch für uns Verbesserungen in der Landwirtschaft erreichen. Mit Unterstützung durch das Landwirtschaftsministerium konnten wir Düngemittel für die Bauern von einer Zentralstelle im Getreidehandel, dem Cereals Board, kaufen. Wir erwarben auch Grund und Boden im Dorf Chepkanga, den wir für die ansässigen Landwirte nutzen wollten. Bei der Diskussion darüber, wie wir das Land am besten nutzen sollten, kam mir eine großartige Idee: Wie wär’s mit dem Bau eines Ladenlokals? Meine Freunde waren sich einig, dass das durchaus machbar wäre. Wir überlegten uns eine Strategie, wie wir Fördermittel auftreiben konnten, um das Geschäft zu errichten. Dabei kam uns ein glücklicher Zufall zugute: Bayer hatte gerade ein Volunteering-Programm angekündigt. Ohne zu zögern reichte ich meinen Vorschlag ein. Wir erhielten den Zuschlag über eine Förderung in Höhe von 5.000 Euro. Diese finanzielle Hilfe war eine enorme Erleichterung; wir konnten unseren ursprünglichen Zeitplan von drei Jahren deutlich verkürzen und peilen nun den Abschluss der Arbeiten bis zum Ende des Jahres 2016 an.

Eine Zeichnung vom geplanten Lager
Ortsbegehung: Edwin Kiptarus und einige weitere Mitglieder der Kolman Group beim Besichtigungstermin am Standort des künftigen Großlagers, mit dem sie ihre Nachbarn bei der Einlagerung vor dem Verkauf unterstützen wollen. Die Büsche auf dem Grundstück werden nun entfernt; rundherum entsteht ein Zaun.

5.000 Euro

Förderung erhielten die Bauern von der Bayer Cares Foundation für den Bau ihres Ladenlokals

Der erste Spatenstich erfolgte im Frühjahr 2016. Dank der Projektfinanzierung über die Bayer Cares Foundation haben wir genug Mittel, um Baustoffe zu kaufen. Mit den Ersparnissen unserer Gruppe können wir die Arbeitskosten decken. Außerdem unterstützt uns die Regionalregierung sehr engagiert, was den Transport angeht. Man kann wohl sagen: Das Projekt Ladenlokal ist so gut wie realisiert. Das Geschäft wird vom Ostafrikanischen Getreiderat zertifiziert, was zur Folge hat, dass die Bauern Kredite in Höhe von bis zu 80 % des Werts ihrer eingelagerten Erzeugnisse erhalten können, wenn sie speziellen Partnerbanken einen entsprechenden Nachweis vorlegen.

Einen Teil des erworbenen Grundstücks wollen wir allerdings nicht als Lagerfläche, sondern für Unternehmen nutzen, die sich und die verschiedenen Feldfrüchte darstellen können. Daraus werden auch die Landwirte einen Bildungsnutzen ziehen. Diese Unternehmen können ihre Sorten anbauen, und wenn sie reif für die Ernte sind, werden wir mit den Landwirten eine Exkursion veranstalten. Wir wollen die Bauern auch diesbezüglich schulen und beraten. In Partnerschaft mit Bayer wollen wir Pflanzenschutzprodukte anbieten, und wir möchten die Erzeugnisse der Landwirte verkaufen. Natürlich werden wir im Geschäft auch Personal beschäftigen; es entstehen also Arbeitsplätze.

Edwin Kiptarus

Ich appelliere an meine Kollegen, ebenfalls eine Zusammenarbeit mit ihren Gemeinden zu starten, um gemeinsam langfristige Lösungen für einige der dringendsten Probleme der heutigen Zeit zu finden. Die Mittel stehen bereit, man muss sie nur einfordern.

Ich appelliere an meine Kollegen, ebenfalls eine Zusammenarbeit mit ihren Gemeinden zu starten, um gemeinsam langfristige Lösungen für einige der dringendsten Probleme der heutigen Zeit zu finden. Die Mittel stehen bereit, man muss sie nur einfordern; haben Sie den Mut, dazu beizutragen, dass ihr Dorf besser wird. Sie können etwas verändern.

Letzte Änderung: 29. Mai 2017 Copyright © Bayer AG
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