Fu Dongping hilft Erdbeben-
Opfern in Yunnan, China

 

Am 3. August 2014 ereignete sich in der südchinesischen Provinz Yunnan, in der Gegend um den Ort Ludian, ein schweres Erdbeben. Nach einem Jahr waren die Straßen in den am schwersten betroffenen Gebieten wieder hergestellt. Als ich gemeinsam mit weiteren ehrenamtlich Aktiven von der Bayer China Volunteer Association in die Gegend kam, wohin die Opfer umgesiedelt worden waren, war es mein erster Besuch in der Region nach dem Beben. Ich hatte mich schon darauf eingestellt und rechnete mit eingestürzten Häusern, Notunterkünften, Straßenschäden. Der tatsächliche Anblick des Schauplatzes traf mich trotzdem mit voller Wucht: Ich sah all die blauen Notunterkünfte, die Bewohner, die ihre Familienangehörigen verloren hatten, und die notdürftig eingerichteten Waschräume und Küchen. Das Mitgefühl war mir als Mitglied der Bayer China Volunteer Association ein Ansporn, etwas für die Betroffenen zu tun.

Die ehrenamtlichen Helfer auf dem Weg zu den Erdbebenopfern – es geht über schlammiges Terrain.
Behelfsunterkünfte für die Erdbebenopfer in den Umsiedlungsgebieten von Ludian.

Bayer traf unmittelbar nach dem Erdbeben die Entscheidung, 520.000 Renminbi an die von der Katastrophe betroffenen Gebiete zu spenden, um den Wiederaufbau und Schulungen für Notfall-Einsatzkräfte zu fördern. Außerdem entschloss man, etwa fünfzig Sozialarbeiter vor Ort über die One Foundation psychologisch zu unterstützen. Das Unternehmen stellte außerdem Mitarbeiter ab, die von insgesamt 1.500 Stunden ehrenamtliche Arbeit leisten. Es bereitet mir Freude, mich für die gute Sache einbringen zu können.

Zunächst suchten wir die Anwohner auf, um herauszufinden, was sie wirklich benötigten. Aus diesen Erkenntnissen entwickelten wir eine Reihe von Aktivitäten, etwa mit dem Programm „Making Science Make Sense“, das Kindern spielerisch naturwissenschaftliche Themen vermittelt, aber auch mit Sportunterricht und einem Neujahrsempfang. Die Begeisterung und Neugier, die ich in den Augen der Kinder sah, als ich mit ihnen einen Kurs von „Making Science Make Sense“ besuchte, haben mich sehr beeindruckt. Sie hatten einen enormen Appetit auf Wissenschaft und wollten unbedingt die Welt, in der sie leben, erkunden. Ich empfand es als meine Verantwortung, ihnen zu helfen.

Fu Dongping und die Kinder führen ein Experiment von „Making Science Make Sense“ durch.
Tanzvorführung der Kinder beim Neujahrsempfang.
Fu Dongping unterhält sich mit den Kindern über deren Leben.

Vor dem Beben arbeiteten die meisten jungen Menschen aus dieser Gegend in den Großstädten. Die Alten, Frauen und Kinder waren zurückgeblieben und versanken in Langeweile, ein bisschen Abwechslung boten den Erwachsenen nur Plaudereien mit Nachbarn und den KindernVersteckspiele im Freien. Das Erdbeben hat ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt, und die Eltern, die sich nun um den Wiederaufbau ihrer Häuser kümmern mussten, hatten keine Zeit mehr für ihre Kinder. Nach der Schule halfen die Kinder immer bei der Hausarbeit oder spielten in den Notunterkünften. Sie nahmen nur noch ungesunde Lebensmittel zu sich. Niemand hat sie darüber aufgeklärt, was Gesundheit überhaupt bedeutet, oder ihnen dabei geholfen, einen gesunden Lebensstil zu entwickeln. Einige Lehrer aus dem Ludian Shunxin Service Center erklärten sich bereit, die Kinder nach dem Unterricht zu beaufsichtigen. Da es an Personal und Ausstattung mangelte, waren sie auf einfache Aktivitäten wie etwa das Vorlesen oder Geschichtenerzählen beschränkt. Ich merkte aber, dass die Kinder mehr brauchten: Sie wollten etwas über die Zusammenhänge des Lebens und der Natur lernen, Wissenschaft erleben und einen guten Lebensstil entwickeln.

Fu Dongping

Ich bin mir absolut sicher, dass die Kinder über Spiele und zusätzlichen Unterricht ein Wissen erwerben können, das weit über den Lehrplan hinausreicht: Sie schaffen sich selbst eine Grundlage für ein gutes, gesundes, glückliches Leben.

Meine Kollegen und ich beschlossen daher, eine Reihe interessanter, sehr praxisbezogener Unterrichtseinheiten für diese Kinder zu konzipieren. Da die Gebiete, in die sie umgesiedelt worden waren, weit auseinanderliegen, haben wir keinen zentralen Ort vorgegeben, sondern sind mit den entsprechenden Materialien in die Ortschaften gekommen. Dort haben wir uns dann einen sicheren Raum gesucht, den wir zu unserem Klassenraum auf Zeit erklärten.

Die Helfer zeigen den Kindern, wie man seine Hände richtig wäscht.
Die Kinder freuen sich auf ihre selbstgemachten, gesunden Plätzchen.
Der einzige Kinderspielplatz in Ludian. Der Wiederaufbau beginnt, auch Fu Dongping unterstützt die Region weiterhin.

2017 wollen Mitglieder der Bayer China Volunteer Association dreimal nach Ludian fahren. Ich werde mit dem „mobilen Klassenzimmer von Bayer“ wieder dabei sein. Ich bin mir absolut sicher, dass die Kinder über Spiele und zusätzlichen Unterricht ein Wissen erwerben können, das weit über den Lehrplan hinausreicht: Sie schaffen sich selbst eine Grundlage für ein gutes, gesundes, glückliches Leben. Wenn sie gesund bleiben und sich die Leidenschaft dafür bewahren, die Welt zu erkunden, bietet ihnen die Zukunft viele Chancen.