Das intelligente Feld

 

Die Weltbevölkerung wächst, die zur Verfügung stehende Ackerfläche pro Kopf geht zurück. Um die Ernährung langfristig zu sichern, muss die Produktivität auf den Feldern steigen. Die Digitalisierung der Landwirtschaft soll helfen, unsere Ressourcen effizient und nachhaltig einzusetzen. So können Landwirte umweltschonend das Beste aus ihrem Boden rausholen.

Drohnen machen es möglich auf riesigen Feldern einzelne, von Schädlingen betroffene Bereiche zu lokalisieren.
Zoom image

Catalã// BRASILIEN. Mit leisem Surren schwebt die Drohne über das Feld. Das Kamera-Objektiv ist nach unten gerichtet. Im Hangar, keine 200 Meter entfernt, steht die zweimotorige Piper. Die Propeller-maschine wäre viel schneller, aber dennoch ist die Drohne überlegen. Das ferngesteuerte Fluggerät liefert mit seiner Kamera hochauflösende Bilder von jeder Ecke der Sojafelder – weitaus besser, als es das Flugzeug könnte. Wenn irgendwo ein Problem auftaucht, kann Ediney Afonso Dias sofort reagieren. Der Agronom geht dann gezielt gegen Unkräuter, Pilzkrankheiten oder Schädlinge vor, ohne das ganze Feld behandeln zu müssen. „Die moderne und nachhaltige Landwirtschaft benötigt viele und bessere Informationen“, sagt der Brasilianer. „Damit verhindern wir den großflächigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, obwohl nur begrenzte Bereiche betroffen sind. Das hilft uns Landwirten und der Umwelt.“

Drohnen im Einsatz für die Landwirtschaft

Die moderne und nachhaltige Landwirtschaft benötigt viele und bessere Informationen.

Um bis zu

70 Prozent

lässt sich die landwirtschaftliche Nutzfläche bis 2050 durch neue Technologien steigern.(Quelle: Beecham Research)

Der Absolvent der Universidade Estadual de Goiás arbeitet seit vier Jahren auf der Farm von Francisco und Charles Godoy nahe der Kleinstadt Catalão in Brasilien. Allein der Blick in sein Büro verrät, wie strukturiert der 24-Jährige den Betrieb managt. An den Wänden hängen weiße Tafeln für jede der zehn Farmen, die zu dem Unternehmen Agricola Godoy mit insgesamt 12.500 Hektar gehören. Jede Farm ist unterteilt in Parzellen. Zu jeder Parzelle hat Dias akkurat auf der Tafel notiert, wie der Boden auf die Aussaat vorbereitet, welche Sojasorte
gesät, wie gedüngt und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde. Was an der Wand hängt, ist der Fahrplan zur erfolgreichen Ernte im Jahr 2017.

Von seinem Schreibtisch aus blickt er auf die Lagerhalle für die Ernte, in der noch gähnende Leere herrscht. Die großen Erntemaschinen warten auf ihren Einsatz. Alles ist darauf vorbereitet, ehrgeizige Ziele zu erreichen. Der Brasilianer will den Ertrag mit dieser Ernte um rund fünf Prozent steigern – ohne neue Anbauflächen verbrauchen zu müssen. „Unser Ziel ist, die Produktivität von 66 auf 68 bis 70 Säcke pro Hektar zu steigern“, sagt der Agronom. Ein wichtiges Ziel, geht doch weltweit die zur Verfügung stehende Ackerfläche pro Kopf zurück, während gleichzeitig die Weltbevölkerung wächst.

Früher sind wir einfach mit dem Traktor durchs Feld gefahren und haben Unkräuter rausgezogen. Heute können wir Daten von Satelliten und Drohnen nutzen, um die Produktivität zu steigern.

Bei der Effizienzsteigerung sollen neue digitale Technologien helfen. „Wir überwachen unsere Felder jeden Tag, um schnell eingreifen zu können, wenn Handlungsbedarf besteht“, sagt Charles Godoy, der das operative Geschäft der Farm mit 40 Angestellten leitet. Der 43-Jährige ist seit seinem zwölften Lebensjahr leidenschaftlicher Landwirt. „Früher sind wir einfach mit dem Traktor durchs Feld gefahren und haben Unkräuter rausgezogen. Heute können wir Daten von Satelliten und Drohnen nutzen, um die Produktivität zu steigern.“

So geben Infrarotbilder Hinweise auf den Zustand der Pflanzen – gesunde Pflanzen weisen einen höheren Chlorophyllgehalt auf, der auf den Bildern rot dargestellt wird. Neben Satelliten und Drohnen sammeln auch Sensoren auf den hochmodernen Traktoren und Erntemaschinen wichtige Erkenntnisse über die Bodenbeschaffenheit und die Pflanzengesundheit. Sie fließen in digitale Programme ein, mit denen Bayer weltweit Landwirte bei einer effizienten und nachhaltigen Landwirtschaft unterstützen will.

Wir bieten schnelle Entscheidungs­grundlagen, individuell für jedes Feld.

Ediney Afonso will auf der Farm den Ertrag der Ernte steigern. Hierfür plant er die Aussaat genau …
… nutzt neue digitale Technologien für den Pflanzenschutz…
… und überwacht die Felder mittels Drohnen und Satelliten.

„Wir bieten schnelle Entscheidungsgrundlagen, individuell für jedes Feld“, sagt Tobias Menne, Leiter des Bereichs Digital Farming bei Bayer. „Das reicht von der Auswahl der richtigen Sorte über die Ermittlung des optimalen Zeitpunkts für den Pflanzenschutz bis hin zur frühzeitigen Erkennung von Stressfaktoren an den Pflanzen.“ Alle diese Informationen werden beim Farmmanager gebündelt und an Traktoren und Maschinen übertragen, die schon heute GPS-gesteuert auf den Feldern unterwegs sind. So weiß der Fahrer im Cockpit immer genau, an welcher Stelle ein Wirkstoff ausgebracht werden muss. Das ist präzise Landwirtschaft, die Ressourcen schont. „Digital Farming bringt enorme Chancen“, sagt Menne, „aktuelle Daten lassen sich mit denen vergangener Anbauperioden vergleichen. Dadurch können Landwirte früher auf Veränderungen reagieren, rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen und so Ernteverluste verhindern. Das gilt für kleine Betriebe ebenso wir für große.“

Charles Godoy hat vor allem ein Ziel: „Ich möchte meinen beiden Söhnen Charles Francisco und José Victor eine Farm übergeben, die über den höchsten technologischen Standard verfügt.“ Sein Flugzeug will er dann nur noch in der Freizeit nutzen.

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Letzte Änderung: 28. Februar 2017 Copyright © Bayer AG
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