Verborgenes Potenzial nutzen

Biotechnologie und GVO

 

Die Pflanzenzüchtung ist so alt wie die Landwirtschaft selbst. Landwirte und Wissenschaftler setzen seit langem Methoden der Pflanzenzüchtung ein, um Pflanzen mit vorteilhaften Eigenschaften wie Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit hervorzubringen. Dabei machen sie sich die natürliche genetische Vielfalt der Pflanze zunutze. Ab den 1980er-Jahren setzten Wissenschaftler die Biotechnologie ein, um vorteilhafte Gene direkt in das Erbgut einer Pflanze einzubauen. Mit der neuen Methode konnten Pflanzen schneller und effizienter verbessert werden. Das Ergebnis eines solchen Eingriffs in das Erbgut einer Pflanze ist ein gentechnisch veränderter Organismus (GVO) oder gentechnisch verändertes Saatgut (GV-Saatgut).

Give it a Minute: GMOs, 1:26 min., auf Englisch

Entwicklung von GV-Saatgut

Wissenschaftler sind auch über die Artgrenzen hinaus auf der Suche nach Genen mit wünschenswerten Eigenschaften für die jeweilige Nutzpflanze. Wenn sie ein möglicherweise vorteilhaftes Gen identifiziert haben, erstellen die Pflanzenwissenschaftler eine Kopie des gewünschten Gens und fügen dieses in die DNA einer Pflanze ein. Gentechnisch verändertes (GV) Saatgut wird erst jahrelang getestet, damit man sicher sein kann, dass es den Landwirten Vorteile bringt und für Mensch, Tier und Umwelt sicher ist. Im Schnitt dauert es 13 Jahre und kostet 130 Millionen US-Dollar, bevor eine neue gentechnisch veränderte Sorte auf den Markt kommt.

Schritt 1

Die gewünschte Eigenschaft (wie etwa Insektenresistenz oder Trockentoleranz) wird in einem natürlichen Organismus identifiziert.

Schritt 2

Eine Kopie des verantwortlichen Gens für das gewünschte Merkmal wird in eine Pflanze eingebaut.

Schritt 3

Die neue Pflanze wird getestet, um dafür zu sorgen, dass sie für Mensch, Tier und Umwelt sicher ist.

Schritt 4

Nach weiteren jahrelangen Tests und Überprüfungen durch Wissenschaftler und Regulierungsbehörden in aller Welt wird Saatgut der neuen Pflanze für den Verkauf an Landwirte zugelassen.

Vorteile gentechnisch veränderter Anbaukulturen

Wenn Sie sich fragen, warum sich viele Landwirte für gentechnisch veränderte Anbaukulturen entscheiden, sollten Sie sich die Probleme vor Augen führen, mit denen die Landwirte zu kämpfen haben:

Natürliche Ressourcen effizienter nutzen

Einige GV-Maissorten können helfen, Ernten bei Wasserknappheit und in von Dürre geplagten Gegenden zu schützen. Andere GVOs ermöglichen eine Direktsaat, bei der Feuchtigkeit und Nährstoffe besser im Boden gehalten werden. Die Direktsaat bedeutet auch, dass die Felder weniger oft mit Maschinen bearbeitet werden müssen. Dadurch sinkt der Kraftstoffverbrauch und auch der Kohlendioxidausstoß verringert sich.

Schädlinge und Krankheiten bekämpfen

Mehrere GV-Kulturen wurden verändert, um die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Schadinsekten und Pflanzenkrankheiten zu machen, die komplette Felder verwüsten können. Manche Pflanzen tragen einen speziellen Wurzelschutz vor Schäden durch Insekten in sich und können dadurch Wasser effizienter nutzen als solche mit beschädigtem Wurzelwerk.

Natürliche Lebensräume schützen

GV-Saatgut kann helfen, den steigenden Nahrungsmittelbedarf zu decken, indem es Landwirten in aller Welt ermöglicht, das Beste aus dem vorhandenen Ackerland herauszuholen und natürliche Lebensräume zu erhalten.

Welche Pflanzen sind GVOs?

GVOs werden in über 75 Ländern importiert, angebaut und/oder getestet. Die Vorschriften zu GVOs sind von Land zu Land unterschiedlich. Weltweit werden zurzeit 13 Anbaukulturen mit GV-Sorten vermarktet.

  • Alfalfa
  • Apfel 
  • Raps 
  • Mais 
  • Baumwolle
  • Aubergine 
  • Papaya 
  • Ananas 
  • Kartoffel 
  • Sojabohne
  • Kürbis 
  • Zuckerrübe 
  • Zuckerrohr

Einige andere Nahrungsmittel, die Sie aus dem Lebensmittelhandel kennen, sind das Ergebnis traditioneller Methoden der Pflanzenzüchtung und nicht gentechnisch verändert:

  • Kernlose Wassermelone 
  • Cocktail-Tomaten 
  • Tangelo 
  • Brokkolini 
  • Babykarotten

Unabhängig davon, ob es sich um GVOs handelt, sind praktisch alle pflanzlichen Produkte im Lebensmittelhandel das Ergebnis menschlichen Eingreifens. Sie wurden gezüchtet oder gezielt verändert, um Geschmack, Qualität und Zweckmäßigkeit zu verbessern und den Bedürfnissen der Produzenten gerecht zu werden.

Sind GVOs sicher?

Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit, eine gesunde Ernährung und das Wohlbefinden aller sowie der Erhalt der Ökosysteme liegen uns besonders am Herzen, ganz im Sinne der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Wir legen größten Wert auf die Sicherheit unserer Produkte und fühlen uns der Transparenz und dem Dialog verpflichtet.

Gentechnisch verändertes Saatgut wurde in der Geschichte der Landwirtschaft mehr als alle anderen Nutzpflanzen auf Sicherheit geprüft. Regulierungsbehörden weltweit sind zu dem Schluss gekommen, dass GV-Kulturpflanzen für Menschen, Tiere und die Umwelt genauso sicher sind wie herkömmliche Kulturpflanzen.

Weltgesundheitsorganisation

„Die zurzeit auf dem internationalen Markt angebotenen GV-Nahrungsmittel haben Sicherheitsprüfungen bestanden und sind wahrscheinlich keine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Aufgrund des Konsums solcher Lebensmittel durch die Bevölkerung in Ländern, in denen diese zugelassen sind, konnten außerdem keine Auswirkungen auf die Gesundheit festgestellt werden.“1

National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine

„[...] die Studienkommission fand keinen konkreten Nachweis für unterschiedliche Risiken für die menschliche Gesundheit zwischen derzeit kommerziell erhältlichen gentechnisch veränderten und herkömmlich gezüchteten Kulturpflanzen, noch fanden sich schlüssige Belege für eine Ursache-Wirkungs-Beziehung für Umweltprobleme durch gentechnisch veränderte Kulturen.“2

Wenn Sie mehr zur Sicherheit von GVOs erfahren möchten, besuchen Sie Farm Meets Table.

Wir geben den Landwirten neue Mittel an die Hand

Das Feld und die jeweiligen Anbaubedingungen sind sehr individuell und stellen besondere Anforderungen an die Landwirte. In Kombination mit anderen modernen landwirtschaftlichen Methoden bieten GVOs den Landwirten neue Möglichkeiten, bestimmte Herausforderungen zu meistern und dabei natürliche Ressourcen zu schonen.

1

http://www.who.int/topics/food_genetically_modified/en/

2

http://nas-sites.org/ge-crops/

Hier erfahren Sie mehr zu Innovationen unserer Division Crop Science

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