Diese Dämmmaterialien sind wichtige Bestandteile des sogenannten EcoCommercial-Building-Programms. Dahinter verbergen sich integrierte Energie- und Materiallösungen, die bereits in der Planungsphase eines Bauwerks berücksichtigt werden. Es ist ein Werkzeugkasten, der für Gebäude in allen Regionen dieser Welt die passende Lösung bereithält. Vom Niedrigenergie- bis zum Null-Emissions-Haus, damit ist alles möglich.
Immerhin: 40 Prozent aller Umweltbelastungen entstehen durch Gebäude, das ist mehr als durch Verkehr oder Industrie. Nun lassen sich Autos nicht komplett abschaffen und ein Dach über dem Kopf braucht jeder Mensch beim Wohnen wie am Arbeitsplatz.
Das ECB-Programm vereint die Idee vom ökologischen Bauen mit wirtschaftlichen Aspekten. Ganz wichtige Maxime: Umweltschutz muss sich für Investoren rechnen. Aktuelle Zielgruppe sind Banken, Supermarkt- oder Hotelketten, auch Wohnungsbaugesellschaften. „Es gibt ein großes Potenzial, um energiesparende und klimaschonende Konstruktionen zu realisieren“, unterstreicht Dr. Thomas Braig, als ECB-Leiter für Europa, den Nahen Osten und Afrika verantwortlich.
Neu ist auch, dass Bayer MaterialScience ein Netzwerk initiiert hat, um diese Idee voranzutreiben. Architekten, Planer, Baufirmen und andere Hersteller gehören zum Verbund. Das hat den Vorteil, dass das Unternehmen als Rohstoffhersteller nicht nur mit dem nächsten Glied in der Wertschöpfungskette im Gespräch ist. Das Novum: Wünsche und Bedürfnisse von Entscheidungsträgern werden künftig bei der Entwicklung von Produkten berücksichtigt.
Ebenfalls als Vorzeigeobjekt dient die betriebliche Kindertagesstätte von Bayer CropScience am Stammsitz des Unternehmens in Monheim. Dort werden sämtliche Energien für Heizung, Belüftung, Licht und den laufenden Betrieb zu 100 Prozent aus regenerativen Energien gewonnen: aus Erdwärme und Sonnenlicht. Zusammen mit einem Dämmungskonzept, bestehend aus Polyurethan-Rohstoffen von Bayer MaterialScience, erzielt dieses Gebäude im Jahresverlauf eine emissionsneutrale Energiebilanz.
Ein weiteres Beispiel ist das Bayer-Verwaltungsgebäude im belgischen Diegem. Es wurde von der Europäischen Kommission als „Green Building“ ausgezeichnet. Michele van Hove und Sybille de Pierpont, die im Kongress-Service tätig sind, genießen das prima Klima. „Es herrscht immer eine angenehme Atmosphäre ohne allzu große Temperaturunterschiede“, sagt Michele van Hove. Hintergrund: Durch eine Betonkern-Aktivierung werden die Innenräume je nach Jahreszeit großflächig gekühlt oder geheizt. Keine spürbar kalten Luftströme im Sommer also, keine ungleichmäßige Verteilung der Hitze im Winter. Das integrale Planungskonzept verzahnt unterschiedliche Maßnahmen: eine Geothermieanlage mit Erdwärmespeicher, Brennwertheizung, effiziente Wärmedämmung von Fassaden, Dach und Bodenbereich. Regenwasser dient zur Toilettenspülung. Der ökologische Ansatz färbt auch auf den normalen Arbeitsalltag ab. Sybille de Pierpont: „Wir benutzen Porzellantassen statt Plastikbecher und drucken Dokumente nur aus, wenn es wirklich notwendig ist.“ Um eines brauchen sie und ihre Kollegen sich allerdings nicht zu kümmern. Das Beleuchtungssystem ist an Bewegungsdetektoren gekoppelt, dadurch schalten sich die Lampen automatisch aus, wenn jemand länger als 15 Minuten nicht am Schreibtisch sitzt.