My Bayer Story

Sonnenbrille für den Wirkstoff

Ein wirksames Bayer-Arzneimittel wäre nie auf den Markt gekommen - wenn nicht Prof. Dr. Kurt H. Bauer und seine Kollegen eine geniale Idee gehabt hätten. In seiner My Bayer Story erzählt der ehemalige Bayer-Forscher, wie das Arzneimittel doch noch entwickelt und eingesetzt werden konnte. Seine Geschichte ist eine von mehr als 1.200 Geschichten, die Beschäftigte für die Aktion anlässlich des 150. Geburtstages von Bayer geschrieben haben. Im Jubiläumsjahr veröffentlichen wir jede Woche einen dieser Beiträge.

Prof. Dr. Kurt H. Bauer erzählt in seiner My Bayer Story, welche Idee ein wirksames Bayer-Arzneimittel vor dem Entwicklungsstopp rettete.Zoom image
Prof. Dr. Kurt H. Bauer erzählt in seiner My Bayer Story, welche Idee ein wirksames Bayer-Arzneimittel vor dem Entwicklungsstopp rettete.

„Ich war 1967 in die Bayer AG eingetreten und hatte kurz darauf den Auftrag bekommen, in Leverkusen eine pharmazeutisch-technologische Entwicklungsabteilung aufzubauen. Es war Anfang der 1970er Jahre, als mein Chemiker-Kollege Dr. Friedrich Bossert aus den Forschungslaboratorien in Wuppertal-Aprath ganz aufgeregt zu mir kam und meinte: "Herr Bauer, stellen Sie sich vor, ich habe eine hochinteressante und ganz toll kreislaufwirksame Substanz gefunden."

Aber in der klinischen Besprechung meinte man, obwohl der Pharmakologe Dr. Wulf Vater ebenfalls die überdurchschnittliche Kreislaufwirkung attestierte, dass die Substanz zu lichtempfindlich und zu schlecht löslich sei, um aus ihr ein marktgängiges Arzneimittel zu machen. Der tollen Substanz wurde deshalb der therapeutische Wert versagt und die Weiterentwicklung in der klinischen Prüfung gestoppt.

Wir diskutierten viele Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen. Ich hatte sehr gute Mitarbeiter und wir fanden bald ein geeignetes Lösungsmittel. Plötzlich kam noch eine geniale Idee auf. Eine Gelatinekapsel mit einem UV-Absorber als Lichtschutz in der Kapselhülle. Also so eine Art Kapsel mit Sonnenbrille. Das war es dann, wir hatten unsere Schuldigkeit getan. Die Kapseln waren gut einzunehmen, sie waren stabil und hatten eine sehr gute Bioverfügbarkeit.

Jetzt war es wieder an Elberfeld, an Friedrich Bossert und Wulf Vater. Sie mussten den Entwicklungsstopp irgendwie aufheben oder beseitigen. Das gelang schließlich, die anschließenden klinischen Ergebnisse waren hervorragend und wir hatten ein neues Mittel zur Blutdrucksenkung gefunden, das seit mehr als 20 Jahren erfolgreich am Markt eingesetzt wird.

Was mich heute noch freut ist die Tatsache, dass dieser Erfolg auf einem nicht alltäglichen Zusammenwirken ziemlich verschiedener, aber überdurchschnittlich kompetenter Mitarbeiter zustande kam. Ohne das große und bewundernswerte Engagement all dieser Bayer-Mitarbeiter wäre das Arzneimittel nicht auf die Welt gekommen.“

Prof. Dr. Kurt H. Bauer
Pensionär, Deutschland


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Letzte Änderung: 4. Januar 2016 Copyright © Bayer AG
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