Story
Rote Karte für Fälscher
Mit kopierten Ausweisen und Kreditkarten wird ein enormer Schaden angerichtet. Gemeinsam haben Bayer MaterialScience und Bayer Technology Services ein fälschungssicheres Kartensystem entwickelt
Werfen Sie mal Rosinen in einen Pfannkuchenteig und versuchen dann, daraus zwei absolut gleiche Pfannkuchen zu backen. Also Pfannkuchen mit exakt derselben Rosinenverteilung. Das dürfte schwierig werden, und Sie ahnen es: Am Ende ist jeder Kuchen, den man aus der Pfanne holt, einzigartig. Dieses Prinzip, für einzigartige Oberflächen zu sorgen, nutzt Bayer MaterialScience (BMS) bei seiner Spezialfolie Makrofol ID ProteXXion. Sie soll das Fälschen von Kredit- oder AusweisKarten unmöglich machen.
Statt Rosinen in einen Teig gibt BMS bei der Herstellung der Spezialfolie hauchdünne Metallplättchen in eine Schmelze aus dem Polycarbonat Makrolon. Daraus wird eine transparente Makrofol-Folie hergestellt, in welcher die Metallplättchen wahllos ausgerichtet sind. Stellt man dann aus dieser Spezialfolie Geld- oder andere Karten her, so besitzt jede einzelne eine individuelle Oberfläche – einen eindeutigen optischen Code. „Genau dieser macht Karten oder Ausweise fälschungssicher“, erklärt BMS-Folienexperte Georgios Tziovaras. Herkömmliche Karten werden am Geldautomaten überprüft, indem dieser den Magnetstreifen und damit den elektronischen Code liest. Betrüger können diese Karte beim Lesen ausspionieren, um dann mit Duplikaten Geld abzuheben.
Keine Chance für Kreditkartenfälscher: Ein neues System von Bayer, das auf der diesjährigen Hannover-Messe vorgestellt wurde, soll jetzt mehr Sicherheit bei Bankkarten bieten.
2008 wurden so allein in Deutschland mehr als 40 Millionen Euro entwendet, schätzt das Bundeskriminalamt. Ein Schaden, den fälschungssichere Karten aus Makrofol ID ProteXXion verhindern würden. Natürlich ist dazu auch eine spezielle Technologie nötig, um den charakteristischen optischen Code einer Karte auszulesen. Eine solche bietet Bayer Technology Services (BTS) mit dem
ProteXXion-Verfahren. Dabei lassen sich Gegenstände aufgrund ihrer Oberfläche zweifelsfrei identifizieren. Ein Laserstrahl tastet die Oberfläche ab und registriert mit Sensoren das zurückgestreute Licht.
Das ProteXXion-Verfahren in der Praxis.
„Aufgrund wahllos eingebauter Metallplättchen erzeugt jeder Ausschnitt einer Makrofol-ID-ProteXXion-Folie ein ganz eigenes Reflexionsmuster“, erklärt Dr. Markus Gerigk, Leiter Authentication Solutions bei BTS. Geldautomaten oder Kartenlesegeräte mit eingebauter ProteXXion-Technik könnten über dieses Muster den optischen Code und damit die Echtheit jeder Karte eindeutig ermitteln. „Gefälschte Karten fliegen hingegen sofort auf“, so Gerigk. Betrüger müssten dann erstmal lernen, wie man zwei gleiche Rosinenpfannkuchen backt.
Einsatz auch im Markenschutz
Bild vergrößernLicht der Wahrheit: Mit einem Laserscanner tastet ProteXXion die Oberfläche eines Produkts ab. Diese individuellen Informationen werden mit dem Muster des registrierten Originals verglichen und dienen als untrüglicher Nachweis für Echtheit oder Fälschung.
Mit Hilfe der Overlay-Folie lassen sich auch Polycarbonat-Sicherheitsdokumente wie Personalausweise, Pässe und Führerscheine herstellen, die jeweils eine unverwechselbare, einmalige Oberfläche aufweisen. Große Einsatzchancen bestehen auch im Markenschutz hochwertiger Artikel und bei der Herstellung fälschungssicherer Label. Falls Kunden eine Ausstattung mit dem Label ihrer Produkte fordern oder die Oberflächenrauhigkeit der Produkte zu gering ist, stellt Bayer Technology Services erstmals mit ProteXXion™ -Secure Labels bereits registrierte Etiketten zur Verfügung, die sich nach Aufbringung ohne Zerstörung nicht mehr ablösen lassen. Diese können dann durch den Anwender selbst einfach auf beliebigen Produkten oder als Siegel auf deren Verpackungen aufgebracht werden.