Dem Wetter trotzen

 

Bayer sucht nach neuen Lösungen für die gewaltigen Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts steht: Hitze, Dürre und Flut sowie der steigende Nahrungsbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung.

Aus Liebe zum Weizen

Ninh Binh // VIETNAM. „Als Landwirte haben wir nur einen Chef – und das ist die Natur. Wir gehorchen der Sonne, dem Regen, dem Wind, dem Wechsel der Jahreszeiten. Aber in jüngster Zeit ist die Natur ein launischer Chef geworden. Wir können uns einfach nicht mehr auf die Jahreszeiten verlassen. Alles ist durcheinandergeraten“, sagt Do Thi Tuyen,
Reisbäuerin in der nordvietnamesischen Provinz Ninh Binh. Zuerst hat im vergangenen Jahr eine extreme Trockenheit die Keimung des Saatguts erschwert. Dann drohten Überschwemmungen nach schweren Regenfällen die zarten Reis­pflänzchen zu vernichten.

Trotzdem war Do Thi Tuyen bei ihrer jüngsten Ernte optimistisch: „Mein Berater Quyet Nguyen Van von Bayer hat mir gezeigt, wie ich innovative Technologien und Anbautechniken nutzen kann, um der Natur die Stirn zu bieten.“ So hat die Landwirtin in diesem Jahr den Bayer-Hybridreis Arize™ ausgesät, der eine hohe Widerstandskraft gegen Wetterextreme bietet. Und wie bereits in den vergangenen Jahren hat sie die Reispflanzen vor Stressfaktoren wie Schädlingen und Krankheiten geschützt und so proaktiv die Gesundheit ihrer Anbaukultur gestärkt. Das Resultat: „Wir konnten die Reisqualität verbessern und sogar die Erträge steigern.“ Zu viel Wasser, zu wenig Wasser oder beides – diese Extreme sind für die Reisbauern im Norden Vietnams große Herausforderungen. Do Thi Tuyen ist froh, seit Jahren nicht mehr die gesamte Ernte verloren zu haben.

Reisbäuerin Do Thi Tuyen füttert ihre Enten im Norden Vietnams. Sie ist froh, seit Jahren nicht mehr die gesamte Ernte verloren zu haben.
Phan Van Giang ist Landwirt im südlichen Mekong-Delta, wo die Böden häufig versalzen. Er nutzt einen Hybridreis von Bayer, der selbst in einem schwierigen Jahr höhere Erträge bringt.

Für

3,5 Mrd

Menschen ist Reis ein lebenswichtiges Grundnahrungsmittel. Für den Anbau sorgen 200 Millionen Kleinbauern.

Mekong Delta // VIETNAM. Im Süden Vietnams, im Mekong Delta, ist die Lage für viele Landwirte ernster. Wenn die Regenzeit spät beginnt, weniger Regen bringt als üblich und der Mekong-Fluss nur wenig Wasser führt, drückt das Meer ins Landesinnere und versalzt die Böden. Das kann verheerende Folgen haben: „Viele Reisbauern in unserer Gegend haben im vergangenen Jahr ihre Felder brach liegen lassen, weil das stark salzhaltige Wasser den Reis kurz nach der Aussaat vernichtet hat“, sagt Landwirt Phan Van Giang, der im Mekong-Delta seit 20 Jahren eine vier Hektar große Reisfarm betreibt. Der Farmer nutzt die Sorte Bayer Arize™ B-TE1, seit er vor einigen Jahren während eines Seminars diese neue Sorte kennengelernt hat. Er hat sie als erster Landwirt in seiner Gegend ausprobiert. „Verglichen mit traditionellem Reis ist der Hybridreis Arize™ deutlich toleranter gegenüber Versalzung, Trockenheit und Überschwemmung, weniger krankheitsanfällig und bringt viel höhere Erträge – selbst in einem schwierigen Jahr wie dem vergangenen.“

Um

30 %

müssen die Reiserträge bis 2030 steigen, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten - bei gleichbleibender Ackerfläche.

Reis ist ein lebenswichtiges Grundnahrungsmittel für mehr als 3,5 Milliarden Menschen vor allem in Asien. Haupterzeuger sind rund 200 Millionen Kleinbauern wie Do Thi Tuyen und Phan Van Giang. Sie sind extremen Wettersituationen ausgesetzt und benötigen moderne Technologien sowie Agrarwissen. Unterstützung bietet das Programm „Much More Rice“ von Bayer. „Es ist ein umfassendes Lösungspaket, das Kleinbauern in vielen Ländern Asiens hilft, innovative Technologien wie beispielsweise die Arize™­ Saatgut­ und Pflanzenschutzlösungen von Bayer optimal einzusetzen“, erläutert Mahesh Girdhar, Global Crop Manager Rice bei Bayer. „Unsere Experten zeigen den Landwirten außerdem, wie sie die Qualität und die Quantität ihrer Reisernte auch unter schwierigen Witterungsbedingungen steigern können.“ So bietet beispielsweise die Saatbeize Gaucho™ der Reispflanze einen Stressschutz für das erste, besonders anfällige Stadium: Die Beize stärkt das Wurzel­ und Triebwachstum der Reispflanze und hilft ihr dadurch, Trocken- und Hitzephasen zu widerstehen. Das Fungizid Nativo™ stärkt die Photosynthese und beeinflusst dadurch die Produktivität der Pflanze unter Hitzestress.

Unsere Experten zeigen den Landwirten, wie sie die Qualität und die Quantität ihrer Reisernte auch unter schwierigen Witterungsbedingungen steigern können.

Da die Wetterextreme voraussichtlich auch in Zukunft ein großes Problem sein werden, hat Bayer ein Saatgut entwickelt, das sogar überlebt, wenn es 14 Tage unter Wasser gestanden hat. Es soll 2016 auf den Markt kommen. Und 2017 wird Bayer ein neues Arize™-Saatgut einführen, das im Vergleich zu den bisher erhältlichen Sorten einen doppelt so hohen Versalzungsgrad toleriert. Für Reisbauern wie Do Thi Tuyen und Phan Van Giang sind das gute Nachrichten.

Kansas // USA. Auf der anderen Seite des Pazifiks, rund 14.000 Kilometer östlich von Vietnam im US-Bundesstaat Kansas, kämpft Weizenbauer Craig Reed ebenso entschlossen gegen die Unwägbarkeiten des Wetters wie seine asiatischen Kollegen. „Dürre ist der Hauptgrund für Ernteausfälle bei Weizen“, so Reed. „Wir brauchen rund 50 Zentimeter Niederschlag im Jahr. Aber in manchen Jahren haben wir nur 25 Zentimeter. Für uns bedeutet das: Jedes Jahr riskieren wir Landwirte alles, was wir besitzen, für die Ernte. Aber egal welche Knüppel uns Mutter Natur zwischen die Beine wirft: Wir stehen immer wieder auf und fangen im nächsten Jahr wieder neu an.“

Auf seiner Farm in Monument in Kansas, USA, kämpft Craig Reed vor allem gegen die Folgen anhaltender Trockenheit.
Er hofft auf neue Weizensorten und eine größere Bandbreite von innovativen Pflanzenschutzmitteln.

Auf

15 %

des weltweiten Ackerlandes wird Weizen angebaut.

Wegen der Trockenheit haben sich Reed und viele seiner Kollegen entschieden, auf das Pflügen zu verzichten und so möglichst viel Feuchtigkeit im Boden zu halten. Das hat allerdings einen großen Nachteil, erläutert Reed: „Die Unkräuter sprießen von Jahr zu Jahr schneller.“ Reed bereitet vor allem die zunehmende Herbizid-Resistenz Sorgen, ganz besonders bei dem Unkraut „Kochie“ (Radmelde). Es nimmt dem Weizen Licht, Nährstoffe und Bodenfeuchtigkeit und kann so die Ernte empfindlich beeinträchtigen. „Wir brauchen für die Zukunft dringend eine größere Bandbreite an neuen Herbiziden – um die Bildung von Resistenzen zu verhindern und so die Wirksamkeit von existierenden Herbiziden zu erhalten“, sagt Reed.

Seit den 90er Jahren drücken Klima- und Resistenzprobleme die Erträge der weltweiten Weizenbauer. Dabei wäre tatsächlich eine Ertragssteigerung dringend notwendig: „Die Nachfrage für das Grundnahrungsmittel wird bis 2050 um 60 Prozent steigen“, sagt Steve Patterson, Global Crop Manager Cereals bei Bayer. „Bei Weizen liegen die wesentlichen Gründe im Wachstum der Weltbevölkerung, gefolgt von sich wandelnden Ernährungsgewohnheiten einer neuen Mittelschicht in den Schwellenländern.“

Globale Erwärmung: Eine Gefahr für den Weizen

Aber die Produktion hält nicht Schritt, im Gegenteil: Nach einer aktuellen Studie sinkt die Weizenernte mit jedem Grad Klimaerwärmung um sechs Prozent. „Um diese Kluft zu schließen und die Sicherheit der Weizenversorgung zu gewährleisten, brauchen wir einen technologischen Durchbruch in der Weizenforschung“, so Patterson. Dabei dürfe man allerdings keine Wunder erwarten: „Wir werden niemals in der Sahara Weizen anbauen können. Wir können auch keine verdorrten Pflanzen wieder zum Leben erwecken. Aber wir können helfen, dürrebedingte Ernteverluste zu mildern. Wir können der Pflanze helfen, begrenzte Phasen von Dürre- und Hitzestress besser zu überstehen.“

Wir brauchen einen technologischen Durchbruch in der Weizenforschung.

Wissenschaftler suchen daher nach innovativen chemischen Lösungen, die der Pflanze einen Schutzschild für Notzeiten bieten. Gleichzeitig arbeiten die Forscher an der Entwicklung von Weizensorten mit höherer Vitalität und größerer Hitzetoleranz. Um die Weizensorten an die jeweiligen Klimabedingungen anzupassen, züchtet Bayer weltweit neue lokale Sorten des Getreides. So entstehen in Stationen in Kanada, Belgien, Deutschland, Frankreich, der Ukraine, Australien und den USA lokal angepasste Sorten mit robusteren Eigenschaften gegenüber Umwelteinflüssen. Der Durchbruch wird ab 2023 erwartet.

Für Weizenfarmer Reed ist dies eine Perspektive, die ihn hoffen lässt: „Um den Quantensprung in der Welternährung zu schaffen, brauchen wir Unternehmen und Organisationen, die in großen Zusammenhängen denken – oder wir werden das Problem nicht lösen.“

+ 60 %

Der Weizenbedarf wird bis 2050 um etwa 60 Prozent ansteigen.

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Letzte Änderung: 18. Mai 2016 Copyright © Bayer AG
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