My Bayer Story

Hitlers Tagebücher im Labor

Schon in den 80er Jahren wurde mancher Kriminalfall im Labor gelöst: 1983 half Günter Schmitz als Chemotechniker bei Bayer, einen prominenten Fall aufzuklären. In seiner „My Bayer Story“ erzählt er, wie er im Labor die Unechtheit der „Hitler Tagebücher“ festgestellt hat und dem Bundeskriminalamt damit den Beleg für die Fälschung lieferte. Dies ist eine von mehr als 1.200 Geschichten, die Beschäftigte für die Aktion anlässlich des 150. Geburtstages von Bayer geschrieben haben.

Kriminalfall im Labor: Chemiker Günter Schmitz lieferte den Ermittlern vom Bundeskriminalamt den entscheidenden Fälschungsbeweis.Zoom image
Kriminalfall im Labor: Chemiker Günter Schmitz lieferte den Ermittlern vom Bundeskriminalamt den entscheidenden Fälschungsbeweis.

„Herr Dr. Theidel war als junger Chemiker bei Bayer in der Anwendungstechnik mit der Betriebskontrolle von optischen Aufhellern beschäftigt. Da niemand diese optischen Aufheller analysieren konnte, hatte er sich die Aufgabe gestellt, eine Analysemethode zu entwickeln. Ich war als Chemotechniker sein Mitarbeiter und habe mich anfangs mit der papierchromatografischen Analyse beschäftigt, später kam dann die Dünnschichtchromatografie hinzu. Nach einiger Zeit hatten wir alles im Griff, wir konnten sämtliche auf dem Markt befindlichen optischen Aufheller voneinander unterscheiden.

Detektivarbeit
1983 kam dann das Magazin „Der Stern“ mit der aufsehenerregenden Nachricht „Hitlers Tagebücher aufgetaucht“ heraus. Wie im UV-Licht leicht zu erkennen, enthielt das verwendete Papier optischen Aufheller. Ich bekam ein Stück Papier in der Größe von ca. 2x5cm und sollte feststellen, welcher optische Aufheller verwendet wurde. Es sollte die Frage beantwortet werden: War der verwendete Aufheller zur Hitlerzeit schon im Handel? Ich habe den optischen Aufheller aus dem Papier extrahiert und soweit eingeengt (konzentriert), dass eine Analyse mit Hilfe der Dünnschichtchromatografie möglich war. Dabei ist herausgekommen, dass es sich um einen Aufheller handelte, der erst viel später in den Handel gekommen war. Durch diese Analyse wurde der Beweis erbracht, dass die Hitler-Tagebücher eine Fälschung waren.

Diese Analysemethode sowie die Ergebnisse durften wir dann dem Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden vortragen. Damit hatte Bayer durch mich einen Beitrag zur Aufklärung der Fälschung der Hitler-Tagebücher geleistet.“

Günter Schmitz,
Pensionär, Deutschland

Alle bisher veröffentlichten Geschichten von „My Bayer Story“ finden Sie hier.

Letzte Änderung: 4. Januar 2016 Copyright © Bayer AG
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