Für das Herz

 

Ein Herzinfarkt ist immer ein gravierender Einschnitt in das Leben. Eine gesunde Lebensführung und die korrekte und regelmäßige Einnahme der notwendigen Medikamente können das Risiko senken, einen zweiten Infarkt oder andere Folgeerkrankungen zu erleiden.

Köln // DEUTSCHLAND. „Danach ist nichts mehr wie zuvor“, sagt Axel Vogel. Vor sechs Jahren hat den heute 57-Jährigen aus Kerpen ein Infarkt aus der Bahn geworfen. Ein einschneidendes Erlebnis, das auch Remigius Müller (52) aus Rottweil bei Stuttgart überstanden hat. Ihm zog ein Blutgerinnsel im Herzkranzgefäß von einem Moment auf den anderen den Boden unter den Füßen weg: Müller erlitt mit 45 Jahren einen Herzinfarkt. Bis dahin dachte der Betriebsleiter immer: „Was soll mich schon umwerfen?“ Mit dieser Einstellung meisterte Müller jahrelang sein arbeitsreiches Leben. Mittlerweile haben beide Männer ihr Leben nach dem Infarkt geändert. Denn sie sind sich einig: „Das ist eine Erfahrung, die man kein zweites Mal erleben will.“

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Doch beide wissen auch, dass das passieren könnte. „Bei Menschen, die einen Herzinfarkt überstanden haben, ist das Risiko, weitere Infarkte zu erleiden, anhaltend erhöht. Deshalb ist eine langfristige medizinische Behandlung unerlässlich“, erklärt Dr. Wolfgang Steffen, Kardiologe in Rottweil und Müllers behandelnder Arzt. Das „A und O“ der Behandlung sei – neben der leitliniengerechten Einstellung der kardiovaskulären Risikofaktoren und der etwaigen Änderung des Lebensstils – insbesondere die regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente. Dazu zählen unter anderem Arzneimittel, die der Bildung von Blutgerinnseln entgegenwirken und damit einem erneuten Infarkt vorbeugen. „Sehr wichtig ist es auch, dass der Patient ein Bewusstsein dafür entwickelt, was er selbst dazu beitragen kann, dass sich sein Herz wieder erholt“, betont Steffen. Konkret heiße das: Nicht rauchen, die Ernährung umstellen, regelmäßig bewegen, wenig Alkohol trinken, Stress reduzieren und gegebenenfalls Depressionen behandeln. Ratschläge, die sein Patient Müller weitgehend beherzigt. Auf seine Medikamente zu verzichten, käme ihm nicht in den Sinn. Neben Acetylsalicylsäure, die der Verklumpung der Blutplättchen entgegenwirkt, nimmt er Blutdruck- und Cholesterinsenker ein. „Ich bin sicher, dass sie dazu beitragen, dass ich mich heute wieder gut fühle“, sagt er.

Ein Herzinfarkt ist ein gravierender Einschnitt. Patient Remigius Müller beherzigt weitgehend die Ratschläge...
... seines Kardiologen Dr. Wolfgang Steffen.
Patient Axel Vogel leidet dagegen an einer schweren Herzschwäche. Er ist bei Prof. Dr. Volker Rudolph, Leitender Oberarzt am Herzzentrum der Uni-Klinik Köln, in Behandlung.

17,3 Mio

Menschen sterben weltweit jährlich an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

(Quelle: American Heart Association: 2015 Heart Disease and Stroke Statistics Update)

Auch Axel Vogel ist dankbar für die vorhandenen medizinischen Möglichkeiten. „Sie ermöglichen mir, die Leistung zu bringen, die ich noch erreichen kann.“ Vogels Herz ist durch den Infarkt dauerhaft geschädigt. Er leidet an Herzrhythmusstörungen, vor drei Jahren wurde ihm ein Schrittmacher implantiert. Zudem hat die Funktionsfähigkeit seines Herzens mit den Jahren immer mehr nachgelassen. Und damit seine Leistungsfähigkeit. Schon eine Treppe mit wenigen Stufen macht ihm zu schaffen. Wegen dieser schweren Herzschwäche ist Vogel seit einiger Zeit bei Prof. Dr. Volker Rudolph, Leitender Oberarzt im Herzzentrum der Universitätsklinik Köln, in Behandlung.

Herzinsuffizienz ist eine der möglichen Folgeerkrankungen nach einem überstandenen Herzinfarkt. „Bei rund 20 bis 30 Prozent der Patienten, die einen Infarkt erlitten haben, entwickelt sich in der Folge eine Herzinsuffizienz", berichtet Rudolph. Vor allem im fortgeschrittenen Stadium ist das eine schwere Erkrankung. Das Herz pumpt nicht mehr genug Blut in den Körper, die Leistungsfähigkeit der Betroffenen sinkt extrem. „Die Überlebenszeit bei gravierender Herzinsuffizienz ist vielfach geringer als bei verschiedenen Krebsarten“, so Rudolph. Bislang seien die medikamentösen Möglichkeiten zur Behandlung  der Krankheit begrenzt. „In diesem Bereich existiert ein hoher Forschungsbedarf“, sagt der Kardiologe. „Wenn es gelänge, mithilfe einer regenerativen Therapie die krankhafte Veränderung von Herz und Gefäßen aufzuhalten oder sogar zu heilen, wäre das ein Riesenfortschritt.“

Die Entwicklung neuartiger Wirkstoffe zur Behandlung der Herzinsuffizienz zählt zu den Forschungsschwerpunkten bei Bayer. Derzeit sind mehrere Projekte mit unterschiedlichen Therapieansätzen  in fortgeschrittenen Phasen der klinischen Entwicklung. Zudem arbeiten die Bayer-Wissenschaftler im Bereich Herz-Kreislauf an innovativen Wirkstoffen zur Behandlung schwerer Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall, Thrombose oder Lungenhochdruck sowie bestimmter Nierenerkrankungen. „Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind für Bayer ein strategischer Schwerpunkt. Unsere Pipeline deckt ein breites Spektrum von Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen ab, für die Patienten und Ärzte dringend auf weitere Verbesserungen des Therapiestandards warten“, sagt Prof. Dr. Andreas Busch, Leiter der Forschung der Division Pharmaceuticals.

Unsere Pipeline deckt ein breites Spektrum von Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen ab, für die Ärzte und Patienten dringend auf Verbesserungen des Therapiestandards warten.

Gleichzeitig bietet Bayer Ärzten und Patienten digitale Lösungen an, die eine medikamentöse Behandlung ergänzen. So können sich etwa Patienten mit Vorhofflimmern nach einer Registrierung per sms an die tägliche Tabletteneinnahme erinnern lassen. „Künftig werden derartige Anwendungen weitaus mehr Möglichkeiten bieten“, sagt Johannes Schubmehl, Chief Information Officer bei Pharmaceuticals. Zum Beispiel durch die Übermittlung von Gesundheitsdaten an den behandelnden Arzt. Dazu läuft derzeit in Kanada eine Studie an Patienten mit Lungenhochdruck. Kardiologe Rudolph glaubt an die Zukunft von digitalen Anwendungen in der Medizin: „Patienten kann mancher Arztbesuch erspart bleiben, und wir Ärzte erhalten kritische Werte dennoch frühzeitiger als bisher.“

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Letzte Änderung: 18. Mai 2016 Copyright © Bayer AG
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