Bild vergrößernKardiologie-Direktor der Uniklinik Köln: Prof. Dr. Erland Erdmann
Herr Professor Erdmann, geht es Herzpatienten heute besser?
Ja – dank des Fortschritts. Stents, also Gefäßstützen, werden heute rasch und routiniert implantiert. Medikamente, die die Zusammenballung von Blutplättchen verhindern, sind potenter, und Herzinfarkte werden weniger, weil sich Betroffene früh melden und effektiver behandelt werden können. Herzkranke, die sich gut um sich selbst kümmern, leben heute länger.
In welchen Situationen wünschten Sie, dass etwas Neues käme?
Für die vielen Patienten mit Vorhofflimmern oder künstlichen Herzklappen wäre es ein riesiger Vorteil, wenn sie nur noch einmal täglich eine Tablette einnehmen könnten – ohne ständig den Gerinnungsstatus überprüfen oder auf die Ernährung achten zu müssen. Bei Herzinsuffizienz benötigen wir unter anderem Entwässerungsmittel, die nicht die Elektrolyte durcheinanderbringen, und Medikamente, die die Kontraktionsfähigkeit des Herzmuskels steigern, ohne die Lebenserwartung zu mindern.
Wie alt kann ein intaktes Herz eigentlich theoretisch werden?
Ich hatte schon einen 99-Jährigen mit völlig normalen Werten. Ich vermute mal, dass Menschen, die pfleglich mit ihrem Herzen umgehen, bis zu 130 Jahre alt werden können.