Vorsicht Fälschung

Gefährliche medizinische Fantasieprodukte erkennen

Sie sehen aus wie echte Medikamente. Der Produktname klingt vertraut. Das Logo eines renommierten Arzneimittelherstellers prangt auf der Packung. Doch der Schein trügt. In Wirklichkeit stecken dahinter häufig kriminelle Organisationen, die auf Kosten der Gesundheit von Patienten ein lukratives Geschäft wittern. Die Rede ist von Fantasieprodukten – frei erfundene Mittel, die sich über die Verpackung als echte Medikamente tarnen. Weder Qualität noch Wirksamkeit der angeblichen Arzneimittel sind garantiert.

Grafik: Vorsicht vor Fantasieprodukten!

Beispiel Testosteron-Produkte

Bei manchen Störungen wie Impotenz oder Knochenschwund kann eine Therapie mit Testosteron den Patienten helfen. In der Bodybuilder-Szene dient Testosteron allerdings als Dopingmittel, um Muskeln schneller aufzubauen und die Leistung zu verbessern („Anabolika“). Da häufig kein Rezept vorliegt, wird das Testosteron über zweifelhafte Kanäle besorgt. Mit großen Risiken: Die in illegalen Online-Apotheken erhältlichen Präparate sind oft weder auf ihre Inhaltsstoffe geprüft noch zugelassen. Im zunehmenden Maß beobachtet Bayer, dass hier nicht nur gefälschte Präparate verkauft werden, sondern auch reine Fantasieprodukte, die so gar nicht vom Unternehmen hergestellt werden. Dabei kann der nicht sachgemäße Umgang mit Testosteron schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen. Die Spanne reicht von ernsthaften Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Leberkrebs.

Das Geschäft mit „natürlichen“ Zutaten

Häufig werden Fantasieprodukte auch als „herbal supplement“, also als Nahrungsergänzungsmittel auf Pflanzenbasis angeboten. Doch „natürliche“ Inhaltsstoffe bedeuten nicht automatisch, dass sie ungefährlich sind. Auch Wirkstoffe aus Pflanzen können bei Einnahme Nebenwirkungen verursachen. Mit dem Zusatzvermerk „natürlich“ wollen Anbieter allerdings suggerieren, dass ihre Produkte ganz ohne Nebenwirkungen sind. Hinzu kommt, dass viele „herbal supplements“ in Wirklichkeit einen unbekannten und nicht zugelassenen Cocktail aus synthetisch hergestellten Wirkstoffen enthalten. Bei Einnahme drohen daher erhebliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit.

Wie schütze ich mich vor solchen Präparaten?

Wenn Sie ein Medikament nicht kennen, gehen Sie auf Nummer sicher: Prüfen Sie zunächst, ob das Arzneimittel tatsächlich von dem genannten Unternehmen hergestellt wird. Eine erste Übersicht bietet dabei das Portal für Arzneimittelinformationen des Bundes und der Länder.

Bleiben Sie misstrauisch, auch wenn Ihnen ein Mittel in Online-Foren oder von Bekannten empfohlen wird. Bestimmte Arzneimittel sind mit gutem Grund verschreibungspflichtig. Ihr Arzt wägt gemeinsam mit Ihnen den Nutzen und die Risiken der möglichen Behandlungen ab und wählt gemeinsam mit Ihnen das für Sie bestmögliche Medikament aus. Sind Sie mit der Therapie nicht zufrieden, sollten Sie ihn daher darauf ansprechen und nicht eigenmächtig das Medikament wechseln.

Woran erkenne ich „Fantasieprodukte“?

Echte Medikamente unterliegen strengen Kontrollen. Vor der Zulassung muss die Wirksamkeit in mehreren Studien nachgewiesen werden. Betrüger, die erfundene Produkte als Medikamente anpreisen, durchlaufen diese streng geregelten Prozesse bis zur finalen Zulassung nicht. Bei folgenden Anzeichen ist erhöhte Vorsicht geboten:

  • Billige Preise
    Gepanschte oder erfundene Mittel durchlaufen keine mehrjährige Entwicklung oder Tests. Betrüger verkaufen ihre Produkte zu Spottpreisen und werben häufig explizit damit.
  • Gefälschtes Bayer-Kreuz
    Vorsicht auch vor Produkten, die das vertraute Bayer-Kreuz verzerrt oder in ungewöhnlich bunten Farben tragen. Vergleichen Sie die Packungen mit den Ihnen vertrauten Bayer-Produkten.
  • Ähnlich klingende Produktnamen
    Manche Betrüger erfinden Namen für ihre Mittel, die vertrauten Medikamenten ähnlich klingen. Eine erste Google-Suche zeigt häufig jedoch, welche Medikamente tatsächlich von welchem Unternehmen hergestellt werden!
  • Angeblich nebenwirkungslose Pflanzenextrakte
    Auch natürliche Inhaltsstoffe können mit Nebenwirkungen verbunden sein. Wirbt ein Hersteller mit besonders hoher Wirksamkeit dank „natürlicher“ Wirkstoffe und ganz ohne Nebenwirkungen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein erfundenes Präparat, das im schlimmsten Fall sogar einen krankmachenden Wirkstoff-Cocktail enthält.
Letzte Änderung: 6. Januar 2016 Copyright © Bayer AG
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