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Vorbeugen ist möglich

Bewegung hilft: Wer täglich eine halbe Stunde körperlich aktiv ist und zum Beispiel regelmäßig läuft, verringert sein Risiko, an Diabetes zu erkranken. Menschen, die viel im Sitzen arbeiten und aufgrund von Zeitdruck schlechte Essgewohnheiten haben, steigern dagegen ihr Risiko
Bewegung hilft: Wer täglich eine halbe Stunde körperlich aktiv ist und zum Beispiel regelmäßig läuft, verringert sein Risiko, an Diabetes zu erkranken. Menschen, die viel im Sitzen arbeiten und aufgrund von Zeitdruck schlechte Essgewohnheiten haben, steigern dagegen ihr Risiko
Diabetes: Wer früh weiß, dass er zur Risikogruppe zählt, hat gute Aussichten, nicht am Typ 2 dieses Leidens zu erkranken. Wichtig ist eine Umstellung der Lebensweise. Und auch ein Wirkstoff von Bayer HealthCare kann helfen und wird in einigen Ländern vorbeugend eingesetzt.
Um diesen Artikel bis ans Ende zu lesen, braucht man rund fünf Minuten. Währenddessen sind weltweit 60 Menschen zu Diabetikern geworden. 30 weitere werden in diesem Zeitraum aufgrund der Folgen von Diabetes ihr Leben verloren haben. Zwei schockierende Zahlen, die auf aktuellen Kalkulationen der International Diabetes Federation (IDF) beruhen. Das Ausmaß von Diabetes hat mit geschätzten 245 Millionen Betroffenen weltweit Dimensionen erreicht, die auch die Vereinten Nationen (UN) auf den Plan gerufen haben. Am 20. Dezember 2006 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Resolution 61/225. Darin wird Diabetes als „chronische und mit gro-ßen Einschränkungen und Kosten einhergehende Krankheit“ anerkannt. Sie sei mit schwerwiegenden Komplikationen verbunden und bringe für Familien, Länder und die ganze Welt gravierende Risiken mit sich. In der Resolution wurde der seit 1991 am 14. November begangene Weltdiabetestag von der UN zu einem Tag der Vereinten Nationen erklärt.
Menschen, die viel im Sitzen arbeiten und aufgrund von Zeitdruck schlechte Essgewohnheiten haben, steigern ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken.
Menschen, die viel im Sitzen arbeiten und aufgrund von Zeitdruck schlechte Essgewohnheiten haben, steigern ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken.
Gut 90 Prozent der Diabeteskranken leiden am Typ 2, bei dem der Körper zwar Insulin produziert, aber dieses nicht mehr optimal wirkt. Vom Beginn der Erkrankung merken die Betroffenen in der Regel nichts, da er symptomlos ist. Immerhin: Es gibt anerkannte Risikofaktoren, etwa Übergewicht, Bewegungsmangel und eine obst- und gemüsearme Ernährung. Auf wen diese zutreffen, der sollte frühzeitig etwas unternehmen, um einem Diabetes vorzubeugen. Das hat auch Corinna Hartmann (Name geändert) getan. Trotz ihrer erst 23 Jahre brachte die angehende Steuerfachgehilfin aus Dresden im Mai 2007 genau 106 Kilogramm auf die Waage. Und als sogar der regelmäßige Besuch im Fitnessstudio nichts an diesem Wert änderte, suchte sie professionelle Hilfe. So stieß die Dresdenerin auf das Kursangebot der örtlichen „Ernährungsberatung24“. Zwei Monate lang nahm sie wöchentlich an dem Programm teil, durch das die Diätassistentin Mandy Selzer führte. Ein Schnelllehrgang über die Stoffwechselvorgänge im Körper – und wie bestimmte Dinge den Zuckerhaushalt beeinflussen. „Viele wissen beispielsweise nicht, wie wichtig es ist, ausreichend Wasser zu trinken“, so Selzer. Bei anderen ginge es darum, schädliche Verhaltensmuster zu analysieren – etwa warum man sich abends mit Schokolade oder Chips tröstet. Unter Selzers Anleitung entwickelte Corinna Hartmann im Sommer 2007 einen alternativen Ernährungsplan. Für sie heißt es seither: viel mehr Wasser trinken, mehr Obst und Gemüse essen. Außerdem geht sie wieder ins Fitnessstudio – jetzt aber zu einer ausgeklügelten Kombination aus Muskel- und Ausdauertraining.

Manche der Teilnehmer, die zu den Kursen von Mandy Selzer kommen, werden direkt von den Ärzten geschickt, weil bei ihnen bereits ein sogenannter Prädiabetes festgestellt wurde. Dieser liegt zum Beispiel dann vor, wenn es dem Körper nicht mehr gelingt, die nach Mahlzeiten in die Blutbahn abgegebenen Glucose-Moleküle in die Zellen zu schleusen, und es vorübergehend zu gesteigerten Blutzuckerwerten kommt. Mediziner sprechen von einer „gestörten Glucose-Toleranz“, abgeleitet vom englischen Begriff auch einfach kurz von „IGT“. Diese gilt als Vorstufe von Diabetes.

Die gute Nachricht: Frühzeitig erkannt, können die Betroffenen Maß-nahmen ergreifen, die ihr Risiko, tatsächlich einen Diabetes zu entwickeln, wirksam senken helfen. „Der beste Weg, Diabetes zu heilen, ist, ihn zu verhindern“, sagt Dr. Peter Schwarz, der an der Universitätsklinik Dresden die Abteilung „Prävention und Versorgung des Typ-2-Diabetes“ leitet. Dabei beziffert der Diabetologe den „präventiven Effekt von Lebensstiländerungen sowie einer frühen medikamentösen Intervention bei Risikopersonen“ auf.

„25 bis 60 Prozent“. Die Reduktion des kardiovaskulären Risikos falle aller Wahrscheinlichkeit nach sogar noch höher aus, stellten Schwarz und weitere Autoren 2007 in einem Beitrag für das „Sächsische Ärzteblatt“ fest. Allein in Sachsen gebe es rund 500.000 Prädiabetiker, schätzt Schwarz, und es sei nun die Aufgabe, diese in die Vorsorgeprogramme zu bekommen. Programme also, wie sie auch die Ernährungsberatung24 von Mandy Selzer anbietet.

Aufgrund seiner Praxiserfahrungen ist Schwarz derzeit auch für die Europäische Union tätig. Als einer von zwei Experten erarbeitet er im Auftrag von Brüssel unter dem Projekttitel „IMAGE“ (s. Kasten) ein standardisiertes Präventionsprogramm. Derzeit wird die Zahl der Diabetiker in der EU auf 53 Millionen geschätzt. Welchen Effekt Präventionsmaßnahmen haben können, wurde mittlerweile auch durch systematische klinische Studien belegt, die Prof. Jean-Louis Chiasson von der Universität Montreal kürzlich in einem Artikel zusammenstellte. „Die Anpassung der Lebensweise sollte ganz klar die erste Maßnahme sein“, so Chiasson in seinem Artikel. Dazu zählten etwa mehr Bewegung, eine bessere Ernährung und Abnehmprogramme. Aber auch die Einnahme bestimmter Medikamente hätten das Risiko, an Diabetes zu erkranken, in Studien nachweislich reduziert. Medikamente könnten dann ins Spiel kommen, wenn verändertes Verhalten allein nicht zum erhofften Erfolg führe. Inwieweit sich die Umstellung der Lebensweise und eine medikamentöse Behandlung eventuell sogar in ihrer präventiven Wirkung verstärken, sei bisher nur unzureichend untersucht, so der Kanadier.
Für die Fälle, in denen eine veränderte Lebensführung versagt, kommt der Mediziner auf Basis der bisherigen Studienergebnisse und der Nebenwirkungsprofile zu dem Schluss, „dem Wirkstoff Acarbose als ergänzende Therapie den Vorzug zu geben“. Acarbose ist der Wirkstoff des Antidiabetikums Glucobay von Bayer HealthCare. Es besitzt in 25 Ländern eine Zulassung zur Prädiabetes-Behandlung. Zum Beispiel in China. Schon heute schätzt die International Diabetes Federation die Zahl der Diabetiker im Reich der Mitte auf fast 40 Millionen. Nur in Indien gibt es noch mehr Betroffene. Eine wirkungsvolle Prävention hat daher einen hohen Stellenwert in der aufstrebenden Wirtschaftsmacht. „Mit einer neuen Studie wollen wir unser Wissen um die Fähigkeit von Acarbose erweitern, sowohl Diabetes als auch wiederholten Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen zu können“, so Dr. Thorsten Petruschke, der diese Studie auf Seiten von Bayer HealthCare begleitet. Dass Diabetes in vielen Fällen zur Ursache späterer Herzinfarkte oder Schlaganfälle wird, ist ein Grund dafür, dass Experten von weltweit fast vier Millionen diabetesbedingten Todesfällen ausgehen.

In die vierjährige Studie, die 2011 enden wird, sind 7.000 Prädiabetiker involviert. Ihr gemeinsames Profil: Sie sind 50 Jahre oder älter und haben bereits einen Herzinfarkt erlitten.

Währenddessen freut sich Corinna Hartmann in Dresden bereits über erste Erfolge ihres neuen Fitness- und Ernährungsplans. Inzwischen wiegt sie 16 Kilo weniger. Damit fühlt sie sich nicht nur viel wohler: Mit dem Gewicht hat auch ihr Diabetesrisiko erheblich abgenommen.
http://www.bayer.de/de/diabetes.aspx

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Letzte Änderung: 16. Dezember 2011

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