Leben mit Dengue

 

Weltweit sind laut der Weltgesundheitsorganisation WHO eine Milliarde Menschen – jeder Siebte – von einer Tropenkrankheit betroffen. Im Rahmen seines gesellschaftlichen Engagements unterstützt Bayer die internationale Gemeinschaft im Kampf gegen diese Krankheiten.

Ubatuba // BRASILIEN. „Alle meine Kollegen hatten schon Dengue, und mich hat es auch schon zweimal erwischt“, sagt Rodolfo Siqueira Rodrigues aus der Stadt Ubatuba nahe der brasilianischen Atlantikküste. Jetzt hat der 23-Jährige Angst, dass bei der nächsten Infektion das hämorrhagische Fieber dazukommt. „Wir fürchten uns alle vor dem Fieber, denn dann geht es richtig zur Sache. Wenn Du Pech hast, stirbst Du an inneren Blutungen.“ Seinen Arzt, Dr. Juan Matías Jaco, hat er nicht aufgesucht. Denn Rodolfo weiß inzwischen, dass es ohnehin keine Therapie gibt. „Nur die Symptome kann man behandeln – mit viel Flüssigkeit, fiebersenkenden Medikamenten und Schmerzmitteln“, sagt Mediziner Jaco. In der 80.000-Einwohnerstadt Ubatuba erkrankten 2014 knapp 1.200 Menschen an Dengue. Und allein in den ersten neun Monaten 2015 wurden mehr als 3.000 Fälle gemeldet, im Bundesstaat São Paulo knapp 900.000. „Ärzte jedweder Fachrichtung haben hier Dengue ganz vorne auf dem Diagnoseschirm – immer“, sagt Jaco.

Rodolfo Siqueira Rodrigues aus Ubatuba in Brasilien liebt den Wassersport. Bereits zweimal litt der Lagerarbeiter unter Dengue.
Sein Arzt Dr. Juan Matías Jaco kann nur die Symptome behandeln.

Weltweit werden in den tropischen und subtropischen Gegenden Amerikas, Afrikas und Asiens jedes Jahr 100 Millionen Dengue-Infektionen gemeldet. Aber ebenso wie Rodolfo therapieren sich viele Betroffene selbst und tauchen daher in keiner Statistik auf. Nach Angaben der WHO liegt die tatsächliche Fallzahl sogar bei rund 390 Millionen Erkrankten pro Jahr. „Die Hälfte der Weltbevölkerung ist von der Krankheit bedroht. Dengue ist von der WHO als Krankheit der Zukunft bezeichnet worden“, sagt Frederic Baur, Leiter der Vektorkontrolle bei Bayer. „Der Überträger – die Tigermücke Aedes – lebt und brütet in den zahlreichen großen und kleinen Wasserreservoirs, die eine Stadt bietet. Mit der zunehmenden Verstädterung und möglicherweise durch den Klimawandel findet Aedes zunehmend günstige Lebensbedingungen.“ Heute tritt Dengue in über 100 Ländern auf und breitet sich weiterhin aus. Die Bekämpfung des Überträgers kann die Krankheit wirksam eindämmen.

1 Mrd

Menschen weltweit leiden an einer Tropenkrankheit.

(Quelle: Weltgesundheits­organisation)

Bayer kann dabei helfen: Sogenannte „Larvizide“ bekämpfen die Mückenlarven in den Wasserreservoirs, Insektizidsprays imprägnieren Oberflächen in Wohnhäusern und Straßen, und schließlich bieten Bayer-Wirkstoffe für Antimückensprays persönlichen Schutz vor Stichen. Um Resistenzen gegen die existierenden Wirkstoffe zu verhindern oder zu brechen, ist Bayer an mehreren globalen Forschungsprojekten für neue Wirkmechanismen beteiligt. Insgesamt hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren die Investitionen in die Dengue-Forschung deutlich erhöht. Ein neues Spray zur Einnebelung von Hausfassaden und städtischen Grünflächen ist inzwischen in einem späten Entwicklungsstadium: Es wird für 2018 erwartet und bietet aufgrund seiner Regen- und UV-Beständigkeit eine lange Wirkdauer.

Badende Kinder in der Nähe von Ubatuba. Diese Region ist besonders vom Dengue Fieber betroffen.

Badende Kinder in einem Flussbett im Dschungel in der Nähe von Ubatuba im Bundesstaat São Paulo, Brasilien. In der Region ist Dengue ein großes Problem.

100 Mio

Dengue-Infektionen werden jedes Jahr weltweit gemeldet.

Während das Dengue-Fieber alle Bevölkerungsgruppen treffen kann und eine hohe Aufmerksamkeit erhält, leiden an anderen Tropenkrankheiten vor allem die Ärmsten der Armen. „Vernachlässigte Tropenkrankheiten“ werden sie genannt. Im Jahr 2012 haben sich daher Institutionen wie die WHO, die Weltbank und internationale Regierungsbehörden sowie Unternehmen wie Bayer zu der Initiative „London Declaration on Neglected Tropical Diseases“ zusammengeschlossen, um zehn dieser vernachlässigten Tropenkrankheiten bis 2020 einzudämmen oder wenn möglich zu eliminieren. Dazu zählen auch die in Lateinamerika verbreitete Chagas-Erkrankung und die Afrikanische Schlafkrankheit, für deren Behandlung Bayer der WHO bereits seit mehr als zehn Jahren kostenlos Medikamente zur Verfügung stellt. Die Wirkstoffe stehen auf der WHO-Liste der lebensnotwendigen Medikamente. „Wir garantieren der WHO die ständige Verfügbarkeit der Wirkstoffe und die kostenlose Versorgung mit den Medikamenten, solange die Afrikanische Schlafkrankheit und die Chagas-Erkrankung existieren“, erläutert Bayer- Innovationsvorstand Kemal Malik.

Kemal Malik

Wir stellen Medikamente zur Verfügung und bieten Lösungen gegen die Überträger.

Eine besonders heimtückische Tropenkrankheit ist die sogenannte Flussblindheit. Auslöser sind Fadenwürmer, die im menschlichen Körper Millionen von jungen Würmern produzieren. Mit den verfügbaren Medikamenten können bislang nur die jungen Parasiten erfolgreich bekämpft werden. Das Medikament muss daher über einen Zeitraum von über 15 Jahren regelmäßig eingenommen werden – denn so lange leben die erwachsenen Würmer im menschlichen Körper und können bis zu 70 Zentimeter lang werden. Gemeinsam mit der Non­Profit­Organisation „Drugs for Neglected Diseases Initiative“ (DNDi) entwickelt Bayer derzeit ein neues Medikament, das auch diese erwachsenen Fadenwürmer abtöten soll.

Bayer-Innovationsvorstand Malik: „Es ist Teil unseres sozialen Engagements, den Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten zu unterstützen. Als LifeScience-Unternehmen sind wir einzigartig aufgestellt. Wir können Medikamente zur Behandlung von Patienten zur Verfügung stellen und bieten gleich zeitig innovative Lösungen gegen die Überträger an.“

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Letzte Änderung: 14. April 2016 Copyright © Bayer AG
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