Wirtschaftlicher Aufschwung
Aus der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise geht China gestärkt hervor. Bereits in wenigen Jahren, so sind sich Wirtschaftsexperten einig, wird China nach Japan auch die USA überholen und zur stärksten Wirtschaftsmacht der Welt aufsteigen. Das schnell in die Tat umgesetzte Konjunkturpaket der Regierung setzt vorrangig bei Infrastrukturmaßnahmen an und wirkt sich unter anderem auch in der Bauindustrie positiv aus. China steht aktuell für 193 Millionenstädte und die Hälfte aller weltweiten Bauaktivitäten.
Bayer will Kapazitäten in China ausbauen
Der wirtschaftliche Aufschwung des Landes hebt die Lebensqualität, aber nicht so schnell und gleichmäßig verteilt, wie viele es sich wünschen. Umso mehr ist die Regierung um Stabilität bemüht und darum, dass vom neuen Wohlstand möglichst viel beim Bürger ankommt. Gesundheit und Ernährung stehen ganz oben auf der Prioritätenliste. Bis 2020 soll jeder Chinese Zugang zu bezahlbarer medizinischer Basisversorgung haben. Allein im Zeitraum 2009 bis 2011 stehen hierfür Schwerpunktinvestitionen von knapp zehn Milliarden Euro bereit. Eine Maßnahme von vielen: Die Anzahl der Krankenhäuser soll in diesem Zeitraum auf 40.000 verdoppelt werden. Und „soll“ ist in China bei wichtigen Zielen üblicherweise gleichbedeutend mit „wird“.
Noch bis in die 1960er-Jahre führte der Ausfall von Ernten in breiten Teilen der chinesischen Bevölkerung zu Hungersnöten. Heute ernährt China laut Weltlandwirtschaftsorganisation FAO mit nur sieben Prozent der weltweiten Anbaufläche mehr als ein Fünftel der Weltbevölkerung. Zusätzliche Herausforderungen beschert die Verlagerung der Bevölkerung vom Land in die Stadt. Qualitätsansprüche steigen, Ernährungsweisen verändern sich, der Fleischkonsum nimmt zu. Auch hier leitet die Regierung Reformen ein, strebt nach Versorgungssicherheit, Qualität und Effizienz. Die Folge: Landwirtschaft wird zur Wissenschaft.
Die Größe des Landes, vergleichbar mit der Fläche der USA oder Kanadas, erfordert besondere Anstrengungen im Bereich Mobilität. Allein im Jahr 2010 sind laut Regierungsangaben zu den 166 Zivilflughäfen acht neue hinzugekommen; bis Ende 2020 sollen es insgesamt 244 sein. Im Schienenverkehr verfügt China schon heute mit mehr als 8.300 Kilometer Strecke über das längste Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt, aber es reicht bei Weitem nicht aus. An 17.000 Kilometern wird momentan gebaut, knapp 5.000 davon sollen noch in diesem Jahr fertig werden.
Auch für die Autoindustrie wartet China mit beachtlichen Zahlen auf. Während in Deutschland die Zahl der Neuzulassungen 2010 bei knapp drei Millionen Pkw lag, wurden in China laut Angaben des Herstellerverbandes 18 Millionen Fahrzeuge verkauft – 32 Prozent mehr als im Vorjahr. China ist mittlerweile der größte Automobilmarkt der Welt, befindet sich aber mit 50 Autos auf 1.000 Bürger gerade mal auf dem Stand der USA im Jahre 1917.
Die atemberaubende wirtschaftliche Entwicklung Chinas wird getrieben von drei Kernbedürfnissen: flächendeckender Gesundheitsversorgung, sicherer und gesunder Ernährung für alle und technischen Lösungen für eine gut funktionierende Infrastruktur. „Unsere Kernkompetenzen sind geradezu maßgeschneidert auf die chinesischen Bedürfnisse“, stellt Vorstandsmitglied Plischke fest. Kein Wunder also, dass Bayer China viel zu bieten hat. Das Unternehmen ist seit mehr als 125 Jahren in China beheimatet und dementsprechend bei Kunden als zuverlässiger Partner bekannt und geschätzt. Neben der Beständigkeit ist es insbesondere die Innovationskraft, die Bayer in China zu einem wertvollen Partner werden lässt. Dies gilt ganz besonders für den Teilkonzern Bayer HealthCare, dessen Portfolio von Antibiotika wie Ciprobay und Avalox über Herz-Kreislauf-Medikamente wie Adalat und dem marktführenden Diabetesmedikament Glucobay bis hin zu Aspirin reicht. Der Umsatz des HealthCare-Geschäfts, 2005 noch bei 150 Millionen Euro, liegt mittlerweile nur noch knapp unter der magischen Grenze von einer Milliarde Euro.