Biografien

Werner Wenning

Werner Wenning

Als Werner Wenning nach fast 45 Bayer-Jahren am 30. September 2010 in den Ruhestand wechselte und den Vorstandsvorsitz an Dr. Marijn Dekkers abgab endete eine in deutschen Groß-Konzernen außergewöhnliche Firmenkarriere – vom Lehrling bis zur Führungsspitze.

Werner Wenning wurde am 21. Oktober 1946 in Leverkusen-Opladen geboren. Er begann seine Berufsausbildung zum Industriekaufmann bei Bayer am 1. April 1966. Schon bald nach der Ausbildung und einer Trainee-Zeit im Finanz- und Rechnungswesen entsandte ihn das Unternehmen 1970 in die peruanische Hauptstadt Lima, um in der neu gegründeten Bayer Industrial S.A. das Finanzwesen aufzubauen. Nach fünfeinhalb Jahren in den Anden ging Wenning zurück nach Leverkusen – in die Revision. 1978 kehrte er nach Peru als Geschäftsführer zu der von ihm einst mit aus der Taufe gehobenen Gesellschaft zurück.

1983 wurde Werner Wenning in Leverkusen die Stabsleitung im damaligen Sektor Gesundheit übertragen. Nach drei Jahren betraute man ihn im Geschäftsbereich Kunststoffe mit der Aufgabe des Vertriebsleiters für Thermoplastische Kunststoffe. Bereits ein Jahr später erhielt er die weltweite Verantwortung für den gesamten Vertrieb dieses Geschäftsbereichs. Am 1. April 1991 wechselte er vom Rhein an die Spree, um bei der Treuhandanstalt in Berlin am wirtschaftlichen Aufbau im Osten mitzuwirken.

1992 wurde Wenning in Spanien mit der Leitung der größten Bayer-Gesellschaft und der Funktion des Landessprechers beauftragt. Vier Jahre später kehrte er als Leiter des Bereiches Konzernplanung und Controlling nach Leverkusen zurück, bevor er zum 1. Februar 1997 in den Vorstand berufen wurde – als Finanzchef und Sprecher für die Regionen Lateinamerika, Afrika und Nahost.

Nach der Hauptversammlung am 26. April 2002 übernahm Wenning den Vorstandsvorsitz der Bayer AG als Nachfolger von Dr. Manfred Schneider.

Als Vorstandsvorsitzender hat Wenning Aventis CropScience – die bis dahin größte Akquisition in der Firmengeschichte - in den Konzern integriert und Bayer eine völlig neue Struktur mit strategischer Holding, Teilkonzernen und Servicegesellschaften gegeben. Es folgten die Lanxess-Abspaltung und die damit verbundene Konzentration auf die Gebiete Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Die Maßnahmen zur Portfolio-Bereinigung und zur konsequenten Ausrichtung des Konzerns auf Innovation und Wachstum zeigten schon bald Erfolge. Mit der Übernahme der Schering AG 2006 stellte Wenning dann die Weichen, um das Gesundheitsgeschäft von Bayer auszuweiten und stärker auf Pharma-Spezialitäten auszurichten.

Während der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2008/2009 war es Wenning wichtig, nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg zu sichern, sondern mögliche Folgen für die Beschäftigten zu begrenzen sowie die Innovationsfähigkeit des Konzerns zu erhalten. Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat vereinbarten 2009 einen Beschäftigungspakt bis Ende 2012, der u.a. den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland vorsieht. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erreichten unter seiner Führung einen neuen Rekordwert.

Werner Wenning trat am 1. Oktober die Nachfolge von Dr. Manfred Schneider als Aufsichtsratsvorsitzender der Bayer AG an. Er ist außerdem Vorsitzender des Aufsichtsrats der E.ON AG, Düsseldorf und Mitglied in den Gesellschafterausschüssen der Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf, sowie der Freudenberg & Co. Kommanditgesellschaft, Weinheim. Darüber hinaus gehört er den Aufsichtsräten von HDI V.a.G. und Talanx AG, beide Hannover, sowie dem Aufsichtsrat der Deutsche Bank AG, Frankfurt, an.

Des Weiteren gehörte er vier Jahre - bis September 2011 - als Vize-Präsident dem Führungsgremium des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Frankfurt, an. Das Amt des VCI-Präsidenten hatte er von September 2005 bis September 2007 inne. Zudem war er Vize-Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Berlin.

Im Dezember 2010 wurde Wenning in den Gesellschafterausschuss der Bayer 04 Fußball GmbH berufen.


Werner Wenning ist verheiratet, hat zwei Töchter und vier Enkelkinder.



Letzte Änderung: 31. Juli 2013 Copyright © Bayer AG
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