2009 erkrankten rund 225 Millionen Menschen an Malaria – fast 80 Prozent davon in Afrika. Rund 781.000 Menschen starben an der Tropenkrankheit (Quelle „World Malaria Report“, WHO 2010). In mehreren afrikanischen Ländern, zum Beispiel in Äthiopien, Uganda, Sambia und Malawi engagiert sich Bayer seit vielen Jahren aktiv im Kampf gegen die Krankheit, die durch einen Stich der Anopheles-Mücke übertragen wird. Zwei Leuchtturmprojekte von Bayer CropScience geben Grund zur Hoffnung: Ein Bettnetz setzt neue Maßstäbe in der Prophylaxe. Und in der Wirkstoffforschung wird der Grundstein für einen Durchbruch im Kampf gegen Insekten gelegt, die Malaria übertragen.
„Bayer CropScience hat eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung
insektizidbehandelter Netze gespielt. Unsere Insektizide werden heute in vielen Netzen verwendet“
Ildem Bozkurt, Projekt-Managerin, Vektorkontrolle
Environmental Science suchte dafür den Schulterschluss mit Bayer Technology Services. Gemeinsam
entwickelte man eine komplett neue Technologie. Für Ildem Bozkurt, bei Environmental Science
Projekt-Managerin im Bereich Vektorkontrolle, steht das LifeNet für eine konsequente Entwicklung:
„Bayer CropScience hat eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung insektizidbehandelter Netze gespielt.
Unsere Insektizide werden heute in vielen Netzen verwendet. Das LifeNet ist die logische Fortsetzung.“ Momentan wird das Netz von der WHO in Afrika und Indien getestet. Parallel laufen die Vorbereitungen für die Markteinführung. Ambitioniert ist auch ein anderes Projekt, bei dem Environmental Science eng mit dem Innovative Vector Control Consortium (IVCC) zusammenarbeitet, einem Zusammenschluss führender Institutionen im Bereich der Entwicklung von Produkten und Informationssystemen zur verbesserten Vektorkontrolle.
Ziel ist es, Wirkstoffe mit neuartigen Wirkmechanismen gegen Malariamücken zu finden, die gegenüber herkömmlichen Insektiziden resistent sind. Die Wirkstoffe sollen als „Public Health Products“ zum Schutz der öffentlichen Gesundheit eingesetzt werden. An dem auf drei Jahre angelegten Projekt sind seit Mitte 2009 elf Mitarbeiter beteiligt. Im ersten Jahr wurde die Substanzbibliothek von Bayer CropScience gescreent. Dort entdeckte, gegen Mücken wirksame Substanzen wurden optimiert und auf Wirksamkeit getestet. „Man hat vier neue chemische Klassen gefunden und deren Wirkmechanismen identifiziert. Jetzt beginnen die Chemiker, Derivate zu synthetisieren“, freut sich Rainer Sonneck. Die Bedeutung des Projekts ist groß: Seit 60 Jahren gibt es keinen neuen Wirkmechanismus – und seit zwei Jahrzehnten keinen neuen Wirkstoff gegen Mücken. Doch noch liegt ein weiter Weg vor den Forschern, wie Sonneck betont: „Wir stehen ganz am Anfang.“