Forschung bei Bayer

Forschung bei Bayer MaterialScience

Bayer MaterialScience wendete im Jahr 2014 210 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung auf. Dies entspricht rund 5,9 Prozent der gesamten Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen des Bayer-Konzerns. Der Teilkonzern will damit als globaler Anbieter von hochwertigen, maßgeschneiderten Material- und Systemlösungen seine führende Position im Markt und in der Prozesstechnik weiter ausbauen. In den Business Units Polycarbonates; Polyurethanes und Coatings, Adhesives, Specialties werden modernste Technologien und Produktionsverfahren eingesetzt, um in Kooperation mit den Kunden und anderen externen Partnern neue Produkte und neue Anwendungen zu realisieren.

Anwendungen für Hightech-Werkstoffe

Wässrige 2K-PUR-Lacke
Entspricht den Umwelterfordernissen


Bedruckbare aliphatische Desmopan-Folien für verbesserte mechanische Eigenschaften und Lichtbeständigkeit


Aspartate für innovativen Korrosionsschutz


Multitec
Short Fiber Spraying – ein schnelles, effizientes Verfahren


Neue Makroblend-Produktlinien
für Außenteile von Automobilen – hohe Zähigkeit selbst bei tiefen Temperaturen


ETICS
Außenseitige Wärmedämm-Verbundsysteme


Schwer entflammbare Bayblend-Typen mit Umweltzeichen


Bayflex Lightweight
Geringere Dichte, ausgezeichneter dynamischer Druckverformungsrest


Neue kratzfeste Makrolon- Qualitäten für Autoverscheibungen


Spätestens

Mitte 2016

soll MaterialScience unter einem neuen Namen auf eigenen Füßen stehen.

Beispiele aus der Werkstoffforschung:

Polyurethanes

In der Business Unit Polyurethanes (PUR) arbeiten wir unter anderem an Produkten und Materiallösungen, um die Nutzung der umweltverträglichen Windenergie voranzubringen. Zu den jüngsten Entwicklungen zählen Polyurethan-Infusionsharze für Rotorblätter von Windkraftanlagen. Sie dienen dazu, im Inneren eines Windflügels Faserschichten mit einem stabilen Kern zu verbinden. Da das Harz sich besser verteilt und schneller aushärtet als konventionelles Infusionsmaterial, lässt sich die Produktionszeit deutlich verkürzen, was zu Kosteneinsparungen führt. Außerdem sind aus dem Material problemlos auch sehr lange Rotorblätter herstellbar, die größere Mengen an Strom erzeugen können.


Auf dem Gebiet der Prozessentwicklung treiben wir die Nutzung von Kohlendioxid als neuer Kohlenstoffquelle für Polyurethane voran, um die Abhängigkeit von petrochemischen Rohstoffen zu verringern. So begannen wir 2014 damit, ein entsprechendes bisheriges Forschungsprojekt („Dream Production“) in die kommerzielle Nutzung zu überführen. Ziel ist es, ab 2016 eine neuartige Form der Polyurethan- Komponente Polyol mit einem CO2-Anteil von rund 20 Prozent auf den Markt zu bringen. Außerdem gelang es auf Laborebene, eine weitere Polyol-Art durch direkten und indirekten Einbau von CO2 mit 40 Prozent alternativen Rohstoffen herzustellen – ein weiterer Beitrag zur Ressourceneffizienz.

Polycarbonates

In der Business Unit Polycarbonates (PCS) beschäftigen wir uns vor allem mit der Entwicklung von Produkten für die Automobil- und Elektronikindustrie sowie die IT-Branche. Dabei zielen wir auf Gewichtsverringerung, verbesserte Energieeffizienz und Sicherheit sowie höhere Designfreiheit.


In der Automobilindustrie gilt unser Augenmerk unter anderem Anwendungen im Auto-Außenbereich. Hier werden neben zahlreichen Anbauteilen wie Spoilern zunehmend Scheiben und ganze Panoramadächer sowie deren Rahmen aus Polycarbonat und entsprechenden Kunststoff-Mischungen gefertigt. Sie wiegen bis zu 50 Prozent weniger als konventionelle Lösungen aus Glas und Stahl. Das unterstützt die Bemühungen der Industrie, Fahrzeuge möglichst leicht und damit sparsamer im Treibstoffverbrauch zu machen. Wir arbeiten daran, die Eigenschaften und die Herstellung der entsprechenden Produkte weiter zu verbessern.


Zur Nachhaltigkeit bei Fahrzeugen und in anderen Anwendungen tragen auch Leuchtdioden bei, die viel weniger Energie verbrauchen und länger halten als traditionelle Leuchtmittel. Wir haben spezielle Materialien zur Lenkung, Streuung und Reflexion von LED-Licht entwickelt, die sich durch hohe Transparenz, Designfreiheit und Hitzebeständigkeit auszeichnen. Zudem lassen sich aus speziellen Materialien thermisch leitfähige Konstruktionselemente herstellen. Sie tragen dazu bei, dass LED-Leuchten länger halten. Des Weiteren arbeiten wir an der Fortentwicklung von Verbundwerkstoffen auf Basis von Polycarbonat, die neben dem Automobilsektor unter anderem auch die Konsumentenelektronik adressieren. Hier entwickeln wir besonders leichte endlosfaserverstärkte Materialien, die zukünftig beispielsweise für Karosserie- und Strukturbauteile eingesetzt werden können oder als Gehäusewerkstoffe für ultramobile Notebooks, Tablet-Computer und Smartphones Verwendung finden.

Coatings, Adhesives, Specialties

In der Business Unit Coatings, Adhesives, Specialties (CAS) treiben wir die Entwicklung von Polyurethan-Rohstoffen für hochwertige Lacke, Farben, Kleb- und Dichtstoffe voran. Zu den Schwerpunkten unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zählen Beschichtungen für Textilien und Kunstleder. Dafür haben wir eine neue Generation rein wasserbasierter Polyurethan-Dispersionen entwickelt. Diese Technologie, die Mitte 2014 unter dem Namen Insqin™ am Markt eingeführt wurde, macht es nun möglich, alle Arten von beschichteten Textilien und Kunstleder ohne Lösungsmittel herzustellen.

Insgesamt konzentrieren wir uns in der Entwicklungsarbeit auf umweltverträgliche Produkte, die Ressourcen stärker schonen und in der Anwendung effizienter sind. Eine zunehmend größere Rolle spielt auch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe.

Spannende Artikel zur Forschung bei Bayer MaterialScience finden Sie in unserem Forschungsmagazin „research“:

Letzte Änderung: 15. April 2015 Copyright © Bayer AG
http://www.bayer.de