Forschung bei Bayer
Forschung bei Bayer

Forschung bei Bayer HealthCare

Der Fokus der Forschung und Entwicklung bei Bayer HealthCare liegt auf der Identifizierung und Entwicklung neuer Wirkstoffe für Erkrankungen mit einem hohen medizinischen Bedarf. Mit 2,1 Milliarden Euro entfielen 2010 allein rund 68 Prozent der gesamten Forschungsaufwendungen des Bayer-Konzerns auf Bayer HealthCare.
Die Division Pharmaceuticals forscht und entwickelt schwerpunktmäßig in den Gebieten Kardiologie und Hämatologie, Onkologie, Frauengesundheit und Diagnostische Bildgebung. Aktuelle Beispiele für Wirkstoffe aus der Pharmaforschung sind:

Beispiele für neue Wirkstoffe aus der Pharma-Foschung:

Riociguat
 

Riociguat, ein sGC (soluble Guanylate Cyclase) Stimulator ist ein viel versprechendes Produkt gegen chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) und pulmonal arterielle Hypertonie (PAH). Mit der neuartigen Substanz scheint eine neue Behandlungsoption für Lungenhochdruck gefunden zu sein. Der orale Wirkstoff stimuliert die lösliche Guanylatcyclase (sGC) direkt und unabhängig von NO und fördert die Bildung von cyclischem Guanosinmonophosphat (cGMP) – einem Botenstoff, der u.a. Blutgefäße erweitert, blutdrucksenkend wirkt und gewebsschützende Effekte vermittelt. Außerdem versetzt er die Guanylatcyclase in einen Status, der sie empfindlicher für die Wirkungen des körpereigenen NO macht. Bislang sind keine Medikamente erhältlich, denen dieses innovative Wirkprinzip zugrunde liegt.
 
Bisherige klinische Studien weisen auf ein gutes Sicherheitsprofil des sGC Stimulators hin: Kürzlich abgeschlossene Phase II Studien zeigen ermutigende Ergebnisse. In der Studie nahmen 75 Patienten, die an chronisch-thrombembolischem oder pulmonalem arteriellen Lungenhochdruck leiden, 12 Wochen lang dreimal täglich Riociguat ein. Das Medikament wurde gut vertragen und zeigte ein gutes Sicherheitsprofil. Die Phase III mit Riociguat in diesen Indikationen startete Ende 2008. Das Potential von Riociguat für andere Formen pulmonaler Hypertonien wird zurzeit in Phase II Studien untersucht. 

Fact Sheets: Entwicklungsprojekte von Bayer HealthCare

VEGF
Trap Eye

VEGF (vascular endothial growth factor) ist ein natürlicher Wachstumsfaktor, der die Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese) anregt und beim Wachstum von Gewebe und Organen natürlich gebildet wird. VEGF ist auch an der krankhaften Neubildung von Gefäßen und der Fragilität neuer Blutgefäße im Auge beteiligt, die zur Entstehung der feuchten AMD führen. VEGF Trap-Eye ist ein vollständig humanisiertes, lösliches VEGF-Rezeptor-Fusionsprotein, das alle Formen von VEGF-A sowie den verwandten Plazenta-Wachstumsfaktor (PlGF) und VEGF-B bindet. VEGF Trap-Eye blockiert diese Wachstumsfaktoren spezifisch und mit hoher Wirksamkeit. Durch die Hemmung von VEGF werden die abnorme Bildung neuer Blutgefäße und der Austritt von Flüssigkeit verhindert, was für die Behandlung von Patienten mit feuchter AMD eine wichtige Rolle spielt.
 
Die altersbedingte Makula-Degeneration ist eine der wichtigsten Ursachen der Erblindung im Erwachsenenalter. Die Makula-Degeneration ist entweder trocken (nicht exsudativ) oder feucht (exsudativ). Bei der feuchten Makula-Degeneration wachsen neue, abnorme Blutgefäße hinter der Netzhaut, aus denen Blut und Flüssigkeit sickern. Diese „Lecks“ in den Blutgefäßen schädigen die Netzhaut in Struktur und Funktion. Es entstehen „blinde Flecken“ im zentralen Sehbereich, dies kann bis zur völligen Erblindung führen. Die feuchte Makula-Degeneration ist die häufigste Ursache der Erblindung bei Menschen über 65 in den USA und Europa.
 
Bayer HealthCare und Regeneron arbeiten zusammen an der weltweiten Entwicklung des VEGF Trap-Eye zur Behandlung der feuchten AMD sowie diabetesbedingter und weiterer Erkrankungen des Auges. Bayer HealthCare und Regeneron haben im August 2007 ein weltweites Phase-III-Entwicklungsprogramm mit VEGF Trap-Eye bei feuchter Makula-Degeneration (AMD) begonnen.

Fact Sheets: Entwicklungsprojekte von Bayer HealthCare

Rivaroxaban
(Xarelto™)

Die Blutgerinnung ist ein lebensnotwendiger Prozess des Körpers, der dabei hilft, Wunden zu verschließen. Allerdings kann die Blutgerinnung unter bestimmten Voraussetzungen auch schwere bis lebensbedrohliche Erkrankungen hervorrufen –so genannte Thrombosen.
 
Ein idealer Gerinnungshemmer sollte folgende Vorteile in sich vereinen: eine orale Darreichungsform, Sicherheit in der Wirkung des Präparates, ein großes therapeutisches Fenster, eine gute Dosierfähigkeit ohne die Notwendigkeit regelmäßiger, aufwendiger Blutgerinnungsuntersuchungen sowie keine Wechselwirkungen mit anderen Arznei- oder Lebensmitteln. Rivaroxaban hemmt spezifisch den Faktor Xa des Gerinnungssystems und reguliert dadurch die Bildung von Thrombin, einem Enzym, das die Blutgerinnung ermöglicht. 
 
Rivaroxaban ist der derzeit am intensivsten untersuchte orale Faktor-Xa-Inhibitor in der klinischen Entwicklung. Das Studienprogramm prüft Rivaroxaban für die Thromboseprophylaxe und -therapie in einem breiten Spektrum von Indikationen und wird insgesamt mehr als 65.000 Patienten einschließen. In der EU wurde Rivaroxaban unter dem Handelsnamen Xarelto™ im September 2008 als einmal täglich einzunehmende Tablette für die Prophylaxe venöser Thromboembolien bei erwachsenen Patienten nach geplanten Hüft- und Kniegelenkersatzoperationen zugelassen. Inzwischen erfolgte eine Zulassung in mehr als 80 Ländern. In großen Studienprogrammen in dieser Indikation hat Rivaroxaban eine deutlich höhere Wirksamkeit als die derzeitige Standardtherapie gezeigt – bei vergleichbarem Sicherheitsprofil. Der Wirkstoff erfordert keine regelmäßige Blutgerinnungskontrolle. Zudem kann er aufgrund der einfachen Einnahme und Dosierung die Behandlung für Patienten und Ärzte gleichermaßen erleichtern. Rivaroxaban könnte somit zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten beitragen und hat das Potenzial, Menschenleben zu retten. 
 
Im Dezember 2009 wurde ein Forscher- und Entwicklerteam von Bayer für die Entwicklung des neuen Blut-Gerinnungshemmers Rivaroxaban mit dem Deutschen Zukunftspreis 2009 des Bundespräsidenten ausgezeichnet.
 

Fact Sheets: Entwicklungsprojekte von Bayer HealthCare

Sorafenib
(Nexavar™)

Sorafenib setzt sowohl bei der Tumorzelle als auch bei der Gefäßversorgung des Tumors an. Wie präklinische Studien gezeigt haben, greift die Wirkung von Sorafenib bei Kinasen zweier Klassen an, von denen bekannt ist, dass sie sowohl an der Zellproliferation (Wachstum) als auch an der Angiogenese (Blutversorgung) beteiligt sind – zwei wichtigen Prozessen, die das Krebswachstum ermöglichen. Zu diesen Kinasen gehören die Raf-Kinase, VEGFR-1, VEGFR-2, VEGFR-3, PDGFR-B, KIT, FLT-3 und RET.
 
Nexavar™ ist bereits in mehr als 80 Ländern für die Behandlung von Leberkrebs und in mehr als 90 Ländern für die Nierenkrebs-Therapie zugelassen. Die europäische Zulassung von Nexavar™ umfasst die Therapie des Leberzellkarzinoms sowie die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom, bei denen eine Behandlung mit Interferon-alpha oder Interleukin-2 nicht angeschlagen hat oder die für eine solche Therapie nicht in Frage kommen.
 
Darüber hinaus wird Nexavar™ von Bayer und Onyx, behördlichen Institutionen, onkologischen Arbeitsgruppen oder einzelnen Wissenschaftlern als Mono- und Kombinationstherapie bei vielen Krebsarten untersucht. Dazu zählt unter anderem die Therapie von Lungenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Brustkrebs und Dickdarmkrebs.

Fact Sheets: Entwicklungsprojekte von Bayer HealthCare

Florbetaben
 

Die Positronen-Emissionstomographie (PET) unterstützt den Arzt sowohl in der Diagnose verschiedener Erkrankungen als auch bei deren Ausschluss. Krankheits-spezifische biologische Prozesse können mit Hilfe von PET auf molekularer Ebene dargestellt werden. Der mit radioaktivem Fluor gekoppelte Traubenzucker (F18-FDG) ist ein etablierter PET-Tracer und wird als Energiequelle in Zellen verbraucht. Beim Zerfall werden Positronen freigesetzt, anhand derer die Verteilung des Zuckers im Gewebe analysiert werden kann. Verstärkte Stoffwechselprozesse, zum Beispiel in Tumorzellen, können so sichtbar gemacht werden. Nachteil: Auch entzündliches Gewebe reichert den markierten Zucker an. 
 
Bayer HealthCare Pharmaceuticals verfolgt mehrere vielversprechende Ansätze in der molekularen Bildgebung. Dabei fokussiert sich die Bayer HealthCare Pharmaceuticals-Forschung auf die Diagnose neurodegenerativer und onkologischer Erkrankungen sowie auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.
 
Das am weitesten fortgeschrittene Projekt, Florbetaben, befindet sich seit November 2009 in der Phase III der klinischen Entwicklung. Florbetaben könnte die erste Möglichkeit bieten, die frühzeitige Diagnose der Alzheimer-Erkrankung durch in-vivo Bildgebung zu unterstützen. Die mit Fluor markierte Substanz bindet an Amyloid beta, eine Ansammlung von Proteinen im Gehirn, die kausal mit der Alzheimer-Erkrankung in Zusammenhang steht.

Fact Sheets: Entwicklungsprojekte von Bayer HealthCare

Forschung und Entwicklung bei Bayer HealthCare:

Animal Health

Die Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte in der Division Animal Health konzentrieren sich auf die Bereiche Antibiotika und Parasitizide sowie Wirkstoffe für die Behandlung von nicht-infektiösen Krankheiten bei Tieren. » mehr

Consumer Care

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Division Consumer Care richten sich auf die Identifizierung, Entwicklung und Markteinführung von rezeptfreien Produkten. » mehr

Medical Care

Forschungsschwerpunkte der Division Medical Care liegen auf den Gebieten der Blutzuckermessung sowie in der Weiterentwicklung medizinischer Geräte, die in der Diagnose und Therapie verschiedener Erkrankungen eingesetzt werden. Des Weiteren wird in eine Ausweitung in Segmente wie z. B. medizinische Datenmanagementsysteme investiert. » mehr 

Pharmaceuticals

Der Fokus der Forschung und Entwicklung von Pharmaceuticals ist die Identifizierung und Entwicklung neuer Wirkstoffe für Erkrankungen mit einem hohen medizinischen Bedarf. » mehr 

Spannende Artikel zum Thema „Forschung“ bei Bayer HealthCare finden Sie in unserem Forschungsmagazin „research“:

http://www.bayer.de/de/bayer-healthcare.aspx

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Letzte Änderung: 7. Februar 2012

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