Forschung bei Bayer

Forschung bei Bayer HealthCare

Der Fokus der Forschung und Entwicklung bei Bayer HealthCare liegt auf der Identifizierung und Entwicklung neuer Wirkstoffe für Erkrankungen mit einem hohen medizinischen Bedarf. Mit 2.301 Milliarden Euro entfielen 2014 allein rund 64 Prozent der gesamten Forschungsaufwendungen des Bayer-Konzerns auf Bayer HealthCare.

Die Division Pharmaceuticals forscht und entwickelt schwerpunktmäßig an Wirkstoffen auf den Gebieten Kardiologie, Onkologie, Ophthalmologie, Hämatologie und Gynäkologie. Aktuelle Beispiele für Wirkstoffe aus der Pharmaforschung sind:

Beispiele für neue Wirkstoffe aus der Pharma-Forschung:

Riociguat

Riociguat (Wirkstoff: Riociguat) ist ein Modulator der löslichen Guanylat-Zyklase (sGC), der erste Vertreter einer neuartigen Medikamentenklasse von gefäßerweiternden Substanzen. Der als Tablette einzunehmende Wirkstoff wird derzeit als neuer und spezifischer Behandlungsansatz bei verschiedenen Formen des Lungenhochdrucks untersucht.

Adempas™ ist seit 2013 in den USA zur Behandlung inoperabler chronisch-thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (CTEPH) und pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH) zugelassen. Im März 2014 wurde Adempas™ auch von der Europäischen Kommission in beiden Indikationen zugelassen. In Japan erfolgte die Zulassung für CTEPH im Januar 2014, die Zulassung für PAH beantragten wir im April 2014.

Im Jahr 2014 wurde das Studienprogramm für Riociguat um neue Studien erweitert: Eine im März 2014 gestartete Phase-IIIb-Pilotstudie untersucht die Wirkung von Riociguat bei Patienten mit PAH, die nur unzureichend auf eine Therapie mit Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (PDE-5i) in Mono- oder Kombinationstherapie mit einem Endothelin-Rezeptor-Antagonisten (ERA) ansprachen. Im Juni 2014 begannen wir mit der Phase-IIb-Studie RISE-IIp. Diese untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit von Riociguat bei Patienten mit symptomatischer pulmonaler Hypertonie als Begleiterkrankung der idiopathischen interstitiellen Pneumonie (IIP). Außerhalb der Indikation pulmonale Hypertonie wird Riociguat außerdem in Phase II zur Behandlung von Patienten mit diffuser systemischer Sklerose untersucht.

Regorafenib

Stivarga™ (Wirkstoff: Regorafenib) ist ein oral wirksamer Multi-Kinase-Inhibitor. Er hemmt verschiedene Signalwege, die für das Tumorwachstum verantwortlich sind.

Stivarga™ ist in den USA, Europa, Japan und mehreren anderen Ländern zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem Darmkrebs (mCRC) zugelassen. Im Jahr 2013 hat Stivarga™ zudem in den USA, Japan und weiteren Ländern die Zulassung zur Behandlung von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) erhalten. Im Juli 2014 erteilte die Europäische Kommission die Zulassung in der Indikation GIST. Im Februar 2014 starteten wir eine Phase-III-Studie, in der die Wirkung von Regorafenib als adjuvante Behandlungsoption für Patienten mit Darmkrebs nach der kurativen Resektion von Lebermetastasen und nach Abschluss aller vorgesehenen Chemotherapien untersucht wird.

Stivarga™ ist ein von Bayer entwickeltes Präparat. 2011 vereinbarten Bayer und Onyx Pharmaceuticals, Inc., eine Tochtergesellschaft von Amgen Inc., USA, dass Onyx Lizenzgebühren auf weltweite Umsätze mit StivargaTM im Bereich der Krebsbehandlung erhält.

Ra-223-Dichlorid

Xofigo™ (Wirkstoff: Radium-223-Dichlorid) ist in der EU und den USA zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakrebs (CRPC) mit symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen zugelassen.

Im April 2014 startete eine neue Phase-III-Studie. Sie untersucht Radium-223-Dichlorid in Kombination mit Abirateron-acetat und Prednison/Prednisolon zur Behandlung von nicht vorbehandelten Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs, deren Metastasen hauptsächlich die Knochen betreffen und die bisher keine oder nur leichte Symptome aufweisen.

Afilibercept

Eylea™ (Wirkstoff: Aflibercept) ist unser gemeinsames Entwicklungsprojekt mit Regeneron Pharmaceuticals, Inc., USA. Aflibercept blockiert den natürlichen Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor), wodurch die abnorme Bildung neuer Blutgefäße, die zu Blutungen neigen, verhindert wird. Das Präparat wird lokal ins Auge appliziert. In den USA hält Regeneron Pharmaceuticals Inc., USA, die alleinigen Rechte. Außerhalb der USA wird das Präparat von Bayer vermarktet.

Eylea™ ist in über 80 Ländern zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makula-Degeneration (AMD) zugelassen. Seit 2013 ist Eylea™ zudem in Europa, Japan, den USA und weiteren Ländern zur Behandlung eines Sehschärfenverlustes aufgrund eines Makula-Ödems nach Zentralvenenverschluss der Netzhaut (CRVO) zugelassen. Im August 2014 erteilte die Europäische Kommission die Zulassung für Eylea™ zur Behandlung von Patienten mit diabetischem Makula-Ödem (DME). Im November 2014 erfolgte die Zulassung in dieser Indikation durch das japanische MHLW.


Im September 2014 erteilte das MHLW die Zulassung für Eylea™ zur Behandlung der myopiebedingten choroidalen Neovaskularisation (MCNV). In Japan ist eine pathologische Kurzsichtigkeit und die dadurch bedingte myope CNV die zweithäufigste Ursache für Erblindung.


Im Februar 2015 erhielt Bayer die Zulassung für Eylea™ zur Behandlung der reduzierten Sehschärfe infolge eines durch einen Venenverschluss der Netzhaut (RVV) bedingten Makulaödems in der EU und im Juni 2015 in Japan. Die neue Zulassung beinhaltet den retinalen Venenastverschluss (VAV) und die bereits zugelassene Indikation ZVV – die Behandlung des Sehschärfenverlustes aufgrund eines Makulaödems infolge eines retinalen Zentralvenenverschlusses bei Erwachsenen.

Sorafenib

Unser Krebsmedikament Nexavar™ (Wirkstoff: Sorafenib) entwickeln und vermarkten wir zusammen mit Onyx Pharmaceuticals, Inc., USA, weiter. Der Wirkstoff Sorafenib, der sowohl an den Krebszellen als auch am Gefäßsystem des Tumors ansetzt, ist bereits in über 100 Ländern zur Behandlung von Leberkrebs und fortgeschrittenem Nierenkrebs zugelassen. Im Mai 2014 wurde Nexavar™ von der Europäischen Kommission zur Behandlung von Patienten mit progressivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, differenziertem Schilddrüsenkarzinom, welches gegenüber radioaktivem Jod refraktär ist, zugelassen. Im Juni 2014 erteilte das japanische MHLW die Zulassung zur Behandlung von Patienten mit inoperablem differenziertem Schilddrüsenkarzinom.

Zwei klinische Phase-III-Studien mit Sorafenib verfehlten im März bzw. Juli 2014 ihren jeweiligen primären Endpunkt. Untersucht wurde Sorafenib als adjuvante Therapie bei Leberzellkarzinom sowie als Kombinationstherapie bei Brustkrebs.

Rivaroxaban

Xarelto™ (Wirkstoff: Rivaroxaban) ist unter den neuen oralen Gerinnungshemmern das Medikament mit den meisten zugelassenen Indikationen im Bereich der venösen und arteriellen Thromboembolien. Über alle Indikationen hinweg ist Xarelto™ in mehr als 125 Ländern weltweit zugelassen – wobei der Zulassungsstatus von Land zu Land variieren kann.

Im Rahmen des US-Zulassungsverfahrens zur Präventation atherothrombotischer Ereignisse nach akutem Koronarsyndrom (ACS) hat die FDA im Februar 2014 mit „Complete Response Letters“ Stellung genommen. Eine neue Phase-II-Studie soll nun Rivaroxaban in Kombination mit einem einzelnen Plättchenaggregationshemmer zur Langzeitprävention bei Patienten mit ACS untersuchen. In den USA wird Xarelto™ durch Janssen Pharmaceuticals, Inc., einer Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson, vermarktet.

Im Mai 2014 beantragten wir bei dem japanischen Gesundheitsministerium Ministry of Health, Labor and Welfare (MHLW) die Zulassung von Rivaroxaban für die Behandlung tiefer Venenthrombosen und Lungenembolien sowie zur Prävention wiederkehrender venöser Thromboembolien.

Über die bereits zugelassenen Indikationen hinaus wird die Anwendung von Rivaroxaban auch bei anderen kardiovaskulären Erkrankungen untersucht. Laufende klinische Phase-III-Studien sind beispielsweise COMPASS und COMMANDER-HF. In der COMPASS-Studie soll untersucht werden, welches Potenzial Rivaroxaban in der Prävention schwerwiegender kardialer Ereignisse besitzt. Ziel der Studie COMMANDER-HF ist die Beurteilung des potenziellen Zusatznutzens in der Prävention von schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen von Rivaroxaban in Kombination mit der Standardtherapie bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und signifikanter koronarer Herzkrankheit.

Im Jahr 2014 wurde das Studienprogramm für Rivaroxaban um neue Studien erweitert: Die EINSTEIN-CHOICE-Studie untersucht zwei verschiedene Dosierungen von Rivaroxaban zur langfristigen Prävention wiederkehrender venöser Blutgerinnsel nach Akutbehandlung wegen tiefer Venenthrombosen oder Lungenembolien. Die MARINER-Studie untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Rivaroxaban zur Verminderung des Risikos symptomatischer venöser Thromboembolien (VTE) nach der stationären Behandlung bei Patienten, die wegen akuter internistischer Erkrankungen im Krankenhaus waren. Die ESUS NAVIGATE-Studie untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Rivaroxaban bei Patienten nach embolischem Schlaganfall unklarer Ursache. Eine weitere Phase-III-Studie (VOYAGER PAD) zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Rivaroxaban bei Patienten mit arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) nach einem erfolgten Eingriff ist in Vorbereitung.

Rivaroxaban wurde von HealthCare erfunden und wird gemeinsam mit Janssen Research & Development, LLC, einer Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson, entwickelt.

Forschung und Entwicklung bei Bayer HealthCare:

Animal Health

Die Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte in der Division Animal Health konzentrieren sich auf die Bereiche Antibiotika und Parasitizide sowie Wirkstoffe für die Behandlung von nicht-infektiösen Krankheiten bei Tieren.
mehr

Ziel von Bayer HealthCare 2015: Überführung von mehr als

10

neuen Wirkstoffen in die Entwicklung

Consumer Care

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Division Consumer Care richten sich auf die Identifizierung, Entwicklung und Markteinführung von rezeptfreien Produkten. mehr

Medical Care

Forschungsschwerpunkte der Division Medical Care liegen auf den Gebieten der Blutzuckermessung sowie in der Weiterentwicklung medizinischer Geräte, die in der Diagnose und Therapie verschiedener Erkrankungen eingesetzt werden. Des Weiteren wird in eine Ausweitung in Segmente wie z. B. medizinische Datenmanagementsysteme investiert. mehr 

Pharmaceuticals

Der Fokus der Forschung und Entwicklung von Pharmaceuticals ist die Identifizierung und Entwicklung neuer Wirkstoffe für Erkrankungen mit einem hohen medizinischen Bedarf. mehr 

Spannende Artikel zur Forschung bei Bayer HealthCare finden Sie in unserem Forschungsmagazin „research“:

Letzte Änderung: 5. August 2015 Copyright © Bayer AG
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